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Was Sie beachten müssen – Zusammenfassung

Tombola veranstalten

Wenn Sie eine Tombola veranstalten, handelt es sich um eine Art von Gewinnspielen, in der Sachwerte gewonnen werden können, während bei Lotterien in der Regel Geldpreise winken. Tombolas und Lotterien können z.B. im Rahmen des Betriebsfestes eines Unternehmens oder der Wohltätigkeitsveranstaltung eines Vereins veranstaltet werden. In beiden Fällen besteht das Risiko, dass es sich um erlaubnispflichtige Glücksspiele handelt.

Kein genehmigungspflichtiges Glücksspiel liegt vor, wenn die Lose verschenkt werden (die Teilnehmer beispielsweise bei Eintritt eine Anzahl von Losen erhalten und deren Kosten nicht auf einen etwaigen Eintrittspreis umgelegt werden – etwa, wenn ein Unternehmen bei Betriebsfesten die Gewinne spendet).

Müssen die Teilnehmer dagegen Lose erwerben (separat oder pauschal als Aufschlag auf eine Eintrittsgebühr), dann handelt es sich um ein genehmigungspflichtiges Glücksspiel. Das ist insbesondere der Fall, wenn mit einer Lotterie oder einer Tombola Gewinne erwirtschaftet werden sollen.

Tipp: Werden Tombolas von Vereinen und Verbänden zu anerkannten gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken durchgeführt, überschreiten die verlosten Gewinne eine bestimmte Summe nicht und die Veranstaltung kann nur 1 bis 2 Mal im Jahr stattfinden, gibt es in Deutschland Ausnahmen. Sie werden von den jeweiligen Bundesländern geregelt, weshalb Sie das zuständige Ordnungsamt nach den für Sie maßgeblichen Regeln fragen sollten.

Sind Tombolas oder Lotterien genehmigungspflichtig?

Sicherlich haben auch Sie schon einmal an einer Tombola teilgenommen. Sie kaufen ein Los und hoffen auf einen Gewinn. Ist dieser auf dem Los verzeichnet oder wird die Losnummer später gezogen, wird er Ihnen ausgehändigt. Tombolas werden gerne bei Werbeveranstaltungen, Messen oder Firmenevents veranstaltet. Wie Sie eine solche Tombola organisieren können und was Sie diesbezüglich beachten sollten, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Da sich ein früherer Blogbeitrag von mir „Wann ist eine Tombola anmeldepflichtig?“ auf sehr großes Interesse stößt und viele Nachfragen auslöst, möchte ich mit diesem Blogbeitrag das Thema „Tombola“ vertiefen. Im Sprachgebrauch steht eine Tombola für eine Veranstaltung, bei der Preise ausgelost werden, für die man ein Los kaufen muss, um zu gewinnen. 

Eine Tombola ist eigentlich ein Gewinnspiel, bzw. eine Sonderform davon. Der Begriff Tombola stammt aus dem Italienischen und bezeichnet die Verlosung von Geschenkartikeln bei einer Veranstaltung. Besonders bei Vereinsfesten verbindet dieses beliebte Gewinnspiel das Nützliche mit dem Angenehmen. Groß und Klein können sich über tolle Preise freuen und der Verein oder auch ein gemeinnütziges Projekt profitiert von zusätzlichen Einnahmen.

Viele Vereine veranstalten z. B. am „Tag der offenen Tür“, bei Weihnachtsfeiern und Sommerfesten eine Tombola, um mit dem Verkauf von Losen Gelder einzunehmen, denn der Erlös aus dem Losverkauf fließt dem Verein zu. Verlost werden Preise, die als Sach- und Geldspenden von Unternehmen oder Privatpersonen kommen. 

Fragen Sie nach, welche Unternehmen, Vereine oder Personen Ihre Preise spendieren möchten. Dieses Sponsoring führt teilweise zu hochwertigen Preisen, die Sie sehr günstig erhalten. Die Sponsoren werden jedoch darauf achten, dass ausreichend Werbung für sie gemacht wird. Eine Win-Win-Situation.

Zwei verschiedene Arten von Tombolas

Die Gewinner der Preise werden durch die Ziehung von Losen ermittelt. Die Ziehung findet meistens live während der Veranstaltung mit Nennung der Sponsoren statt. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, die Preise zu verlosen:

1. Tombola veranstalten mit sofortiger Gewinnausgabe

Eine sofortige Herausgabe der Preise empfiehlt sich bei Events wie Straßenfesten. Dabei sieht der Loskäufer sofort, ob er eine Niete oder einen bestimmten Gewinn hat. Zieht ein Teilnehmer eine Nummer mit Gewinn, bekommt er den passenden Preis mit der jeweiligen Nummer gleich übergeben. Optimal sollte die Losanzahl der Größe der Veranstaltung angepasst werden und möglichst viele Gäste die Chance haben, ein Los zu erwerben. Darüber hinaus muss sich der Veranstalter auch über die Anzahl von Gewinnlosen und Nieten in der Los-Box Gedanken machen. Das Mischungsverhältnis hängt dabei unter anderem von der Qualität der Preise ab. Je wertvoller die Gewinne, desto niedriger können die Gewinnchancen sein. es kann also mehr Nieten als Gewinnlose geben. Stehen hingegen billigere Artikel in größerer Stückzahl zur Verlosung, sollte das Mischverhältnis zugunsten mehr Gewinnlose gewählt werden.

2. Die zeitpunktbezogene Verlosung

Daneben ist auch die Auslosung zu einem bestimmten Zeitpunkt der Veranstaltung möglich. Sie bietet sich besonders dann an, wenn sich viele Besucher zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort versammeln sollen oder die Tombola ein zeitfüllender Programmpunkt bei einer Feier sein soll. Für diese Tombola werden nummerierte Lose in zweifacher Ausführung hergestellt. Dem Loskäufer wird die gewünschte Nummer ausgehändigt und die Gegennummer landet in einer Los-Trommel. Die Losnummern werden nacheinander von einer Glücksfee gezogen. Derjenige, dessen Nummer gezogen wird, darf sich über einen schönen Gewinn freuen. Wichtig ist, dass vor jeder Ziehung angekündigt wird, welcher Preis als Nächstes verlost wird. Am Schluss folgt die Ziehung des Hauptgewinns. 

Der Veranstalter sollte im Voraus festlegen, was geschieht, wenn sich der Gewinner nicht im Publikum befindet. In diesem Fall könnten zum Beispiel die Gewinnzahlen auf einer Website veröffentlicht werden, sodass sich der Losbesitzer seinen Preis später abholen kann. In den meisten Fällen wird allerdings festgelegt, dass die Gewinne nur unter den Anwesenden ausgegeben werden. Wenn keiner der Anwesenden sich zur gezogenen Losnummer meldet, wird das nächste Los gezogen.

Die große Tombola vom Ball des Sports

Eine Variante ist, dass den Gewinnen bereits eine feste Losnummer zugeordnet und veröffentlicht wird, aber die Losnummern in mehreren farblichen Serien verkauft werden, z. B. rot, grün, gelb, blau, weiß und rot. Nach Verkauf aller Lose wird an einem Glücksrad die gewinnende Farbe gezogen und alle Lose mit dieser Farbe haben gewonnen. Das ist sehr sehr spannend, wie ich es persönlich erlebt habe. Ich war nämlich zu meiner Neckermannzeit zunächst ab 1971 Losverkäufer und später bis 1987 der Chef des Losverkaufs auf dem Ball des Sports. Dort wurden unter meiner Ägide zuletzt 3.000 Lose in 7 Farben, also 21.000 Lose zum Preis von je 25€ verkauft. Ein paar Lose hat immer Josef Neckermann gekauft und den anwesenden Olympioniken geschenkt. Jeder konnte in einer Preisliste nachlesen, welche Gewinne er hätte, wenn eine bestimmte Farbe gezogen wird und eventuell noch Lose nachkaufen. Die Auto-Hauptgewinne hatten die Losnummern 100, 200, 300 usw. Stellen Sie sich mal vor, Sie haben ein blaues Los mit der 100, was da bei Ihnen bei der Drehung des Glücksrades abgeht.

Tombola veranstalten

Die Tombola in 2020

Insgesamt beteiligten sich rund 200 Unternehmen als Sponsoren und Partner beim „Ball des Sports“ und bei der Tombola mit 1.450 Preisen. Es gab sieben Gewinnfarben und damit insgesamt 10.150 Lose zu je 35 Euro. Alle Lose einer Farbe gewannen. Für einen garantierten Gewinn musste man also 245 Euro investieren. Die Farbe des Abends wurde im Rahmen der Mitternachtsshow durch die Schwimm-Legende und Preisträgerin der „Goldenen Sportpyramide“ Franziska van Almsick am Glücksrad ermittelt.

Bei der Tombola müssen Sie sich an rechtliche Bestimmungen halten

So harmlos eine Tombola veranstalten auch erscheinen mag – rechtlich gesehen handelt es sich dabei um eine Lotterie. Auch im kleinsten Verein muss diese nach ganz bestimmten rechtlichen Bestimmungen durchgeführt werden.

Rein rechtlich gesehen ist eine Tombola eine Sonderform einer Lotterie. Deshalb sind rechtliche und steuerrechtliche Vorgaben zu beachten. Grundsätzlich müssen alle Tombolas, die bei öffentlichen Veranstaltungen durchgeführt werden, vorab beim zuständigen Ordnungsamt angemeldet und genehmigt werden. 

Nach § 68 Nr. 6 der Abgabenordnung (AO) ist eine Tombola jedoch bei einer gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Körperschaft dem Zweckbetrieb zuzuordnen, wenn sie von den örtlichen Gemeinde- oder Stadtverwaltungen genehmigt wurde oder als genehmigt gilt. Insgesamt dürfen Sie allerdings höchstens zweimal im Jahr eine Tombola veranstalten.

Die Beantragung erfolgt jeweils formlos und sollte folgende Angaben enthalten: Name und Anschrift des Veranstalters, Zeit und Ort der Veranstaltung, Anzahl der Lose, aufgeteilt in Gewinn- und Nietenlose, Lospreis, Art der Gewinnermittlung und Begünstigter des Reinertrages. Gebühren für die Genehmigung werden von den Bundesländern festgelegt und betragen ca. ein bis zwei Prozent des Spielkapitals (Gesamtverkaufswert der auszugebenden Lose), meist jedoch eine Mindestgebühr ab ca. 30 Euro.

Der Verein oder die Organisation kann für Sachspenden zu Gunsten einer solchen Tombola Zuwendungsbescheinigungen ausstellen. Der Veranstalter muss die Ermittlung des Sachspendenwerts im Original oder als Duplikat mit der Kopie der ausgestellten Zuwendungsbestätigung 10 Jahre aufbewahren.

Wenn Sie eine Tombola veranstalten, ist das eine Sachlotterie, auf die 16,66% Lotteriesteuer anfällt. Wenn der Verein gemeinnützig ist, entfällt die Steuer nicht, wenn man unter der Besteuerungsgrenze von 40.000 Euro liegt. Auch beim Finanzamt muss die Tombola beim Großteil der Bundesländer ab 650 Euro angemeldet werden.

Für Tombolas, die sich hur an einen geschlossenen Kreis, z. B. nur Mitglieder, richten, gelten Sonderregeln.

Ein kleiner Trick für kostenpflichtige Lose

Machen Sie einfach die Eintrittskarte zum Los. Allerdings dürfen Sie dabei nicht den Fehler machen und auf dem Ticket einen anteiligen Preis für das Los ausweisen oder sogar 2 verschiedene Tickets anzubieten, also eine Eintrittskarte mit Tombola für 20 Euro und eine Eintrittskarte ohne Tombola für 10 Euro.

Anders als vor der Reform des Wettbewerbsrechts Ende 2015 ist es heute nämlich grundsätzlich zulässig, die Teilnahme an einem Gewinnspiel und damit auch an einer Tombola von dem Kauf einer Ware abhängig zu machen. Der EuGH entschied bereits einige Jahre zuvor, dass eine Kopplung von Warenerwerb und Gewinnspielteilnahme in der Regel erlaubt ist (EuGH, Urteil vom 14.01.2010, C-304/08). 

Kostenlose Tombola veranstalten

Es gibt auch Veranstaltungen, bei denen eine kostenlose Tombola deutlich mehr Sinn macht, beispielsweise bei einer Familienfeier werden Sie sicherlich kein Geld für die Lose verlangen. 

Weitere Informationen zu Tombola veranstalten

http://lotterie-staatsvertrag.de/ und Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland (Glücksspielstaatsvertrag – GlüStV) vom 15.12.2011

Ansonsten ist bei der Veranstaltung von Gewinnspielen mit Geldeinsatz und wenn Sie eine Tombola veranstalten, Vorsicht geboten. Lesen Sie hierzu bitte meinen Blogbeitrag „Gewinnbringende Gewinnspiele“.

Die 25 größten Fehler bei Verlosungen und Gewinnspielen 

Gewinnspiele sind ein funktionierendes und sehr wirkungsvolles Marketinginstrument, wenn sie gut gemacht sind und bei der Veranstaltung keine rechtlichen und konzeptionellen Fehler entstehen. HAPPY Marketing Solutions hilft Ihnen, die 25 häufigsten und größten Gewinnspiel-Fehler zu vermeiden. > Zum Blogbeitrag

In eigener Sache

Wenn Sie noch Fragen zu Gewinnspielen haben oder eine Tombola veranstalten wollen, schreiben Sie mir eineE-Mail oder besuchen Sie die Webseite von HAPPY Marketing Solutions. Als Gewinnspiel-Experten stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wenn Sie auch mal ein Gewinnspiel mit Full Service veranstalten möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wie wir vorgehen, sehen Sie am besten in diesem kleinen Video

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Bitte beachten Sie: Diese Blog-Information ist ein unverbindlicher und kostenloser Service und stellt keine Rechtsberatung dar. Denn das Rechtsberatungsgesetz verbietet Personen, die nicht dazu befugt sind, die konkrete Rechtsberatung im Einzelfall.  Deshalb kann der Blog bei einem konkreten Thema nicht den Gang zu einem Rechtsanwalt ersetzen. Für eine verbindliche, rechtliche Auskunft wenden Sie sich bitte an Ihren Anwalt.

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