Verfasst von Patrick Grünberg · ca. 15 Minuten Lesezeit
Eine Gewinnspiel-Landingpage besteht selten nur aus einem Teilnahmeformular. Je nach Mechanik, Kommunikationskanal und Kampagnenziel kann eine vollständige Gewinnspielplattform aus mehreren miteinander verbundenen Seiten bestehen: von der Startseite über die Codeeingabe oder den Kassenbon-Upload bis zur Bestätigungs-, Gewinner- und Supportseite.
Welche Seiten tatsächlich benötigt werden, hängt unter anderem davon ab, ob das Gewinnspiel mit oder ohne Kaufnachweis durchgeführt wird, ob Sofortgewinne vorgesehen sind, ob sich Teilnehmer registrieren müssen und ob eine Werbeeinwilligung mit Double Opt-in eingeholt werden soll.
Kurzzusammenfassung
Die Teilnahme-Seite ist das Herzstück eines Gewinnspiels – doch eine saubere und nutzerfreundliche Gesamtstruktur braucht weitere Inhalte: Datenschutzhinweise, Teilnahmebedingungen, FAQ, Gewinnerseiten und Kontaktmöglichkeiten schaffen Transparenz, stärken Vertrauen und reduzieren den Serviceaufwand.
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Entscheidend ist nicht, möglichst viele Einzelseiten zu produzieren. Die Seitenstruktur muss den Teilnahmeprozess so einfach, verständlich und sicher wie möglich machen.
WARUM DIE SEITENSTRUKTUR EINES GEWINNSPIELS WICHTIG IST
Die Architektur einer Gewinnspielplattform beeinflusst unmittelbar:
die Teilnahmequote,
die Zahl der Abbrüche,
das Vertrauen der Teilnehmer,
die mobile Bedienbarkeit,
die Datenqualität,
die rechtliche Transparenz,
den Manipulationsschutz,
die Auswertbarkeit der Kampagne.
Eine unklare Nutzerführung kann selbst eine starke Gewinnspielidee ausbremsen. Müssen Teilnehmer lange nach dem Teilnahmebutton suchen, verstehen sie die nächsten Schritte nicht oder erhalten sie nach einer Eingabe keine eindeutige Rückmeldung, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs.
Die Seiten sollten deshalb nicht isoliert geplant werden. Sie bilden gemeinsam einen Teilnahmeprozess, der von der ersten Kampagnenbotschaft bis zur erfolgreichen Bestätigung der Teilnahme reicht.
WELCHE SEITEN BRAUCHT EINE GEWINNSPIEL-LANDINGPAGE?
Nicht jedes Gewinnspiel benötigt alle nachfolgend beschriebenen Seitentypen. Eine einfache Verlosung kann mit einer Startseite, einem Teilnahmeformular, einer Danke-Seite sowie den rechtlich notwendigen Informationsseiten auskommen.
Komplexere Kampagnen können dagegen zusätzliche Funktionsseiten benötigen.
1. Die Startseite der Gewinnspiel-Landingpage
Die Startseite ist der zentrale Einstieg in das Gewinnspiel. Sie muss innerhalb weniger Sekunden verständlich machen:
Was kann ich gewinnen?
Was muss ich dafür tun?
Bis wann kann ich teilnehmen?
Ist ein Kauf erforderlich?
Wo starte ich die Teilnahme?
Die wichtigsten Inhalte sollten ohne langes Scrollen erkennbar sein. Dazu gehören insbesondere das Kampagnenmotiv, der Hauptgewinn, eine kurze Erklärung der Mechanik und ein deutlich sichtbarer Teilnahmebutton. Eine gute Startseite erklärt nicht jedes Detail. Sie reduziert die Kampagne zunächst auf ihr zentrales Nutzenversprechen und führt anschließend gezielt in den Teilnahmeprozess.
Typische Inhalte der Startseite
Kampagnenheadline
Abbildung oder Beschreibung der Gewinne
Teilnahmezeitraum
kurze Erklärung der Mechanik
Teilnahmebutton
gegebenenfalls Hinweis auf Kauf oder Aktionsprodukte
Verlinkung zu Teilnahmebedingungen und Datenschutzinformationen
Kontakt- oder FAQ-Verlinkung
Bei umfangreicheren Kampagnen können zusätzlich Aktionsprodukte, Gewinnstufen, Händler, Länder oder Aktionszeiträume dargestellt werden.
2. Das Teilnahmeformular
Das Teilnahmeformular ist der zentrale Conversion-Punkt der Plattform. Jedes zusätzliche Feld erhöht den Aufwand für die Teilnehmer. Deshalb sollten nur Daten abgefragt werden, die für die Durchführung, Gewinnerbenachrichtigung, Missbrauchskontrolle oder eine separat erklärte Marketingmaßnahme tatsächlich benötigt werden. Typische Formularfelder sind:
Vorname und Nachname
E-Mail-Adresse
gegebenenfalls Anschrift
Geburtsdatum oder Altersbestätigung
Kaufnachweis, Aktionscode oder Antwort
Bestätigung der Teilnahmebedingungen
optionale Werbeeinwilligung
Pflichtfelder und freiwillige Angaben müssen klar erkennbar sein. Fehlermeldungen sollten direkt am betroffenen Feld erscheinen und konkret erklären, wie der Fehler behoben werden kann.
Statt „Ungültige Eingabe“ ist beispielsweise die Meldung „Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein“ wesentlich hilfreicher.
Das W3C empfiehlt bei barrierefreien Formularen unter anderem eindeutig zugeordnete Beschriftungen, verständliche Anweisungen und textlich beschriebene Eingabefehler. Außerdem bevorzugen Nutzer in der Regel einfache und kurze Formulare.
Weitere Optimierungsmöglichkeiten findest du im Leitartikel zur Teilnahmequote bei Gewinnspielen und zur Vermeidung von Abbrüchen.
3. Login und Benutzerkonto
Ein Login ist vor allem bei Kampagnen sinnvoll, bei denen Teilnehmer:
mehrfach teilnehmen dürfen,
Punkte oder Gewinnchancen sammeln,
verschiedene Aufgaben erledigen,
Belege nachreichen,
ihren Status prüfen,
Sofortgewinne oder Gutscheine verwalten,
an einer länger laufenden Loyalty-Aktion teilnehmen.
Für eine einfache einmalige Verlosung ist ein Benutzerkonto dagegen häufig eine unnötige Hürde.
Wird ein Login eingesetzt, sollten Passwortanforderungen verständlich sein. Auch Funktionen wie „Passwort vergessen“, E-Mail-Verifizierung und Schutz vor automatisierten Loginversuchen müssen berücksichtigt werden.
Eine Alternative kann ein passwortloser Zugang über einen zeitlich begrenzten E-Mail-Link sein. Das reduziert den Aufwand, muss aber technisch und datenschutzrechtlich sauber umgesetzt werden.
4. Die Uploadseite für Kassenbons und Kaufnachweise
Bei einem Kassenbon-Gewinnspiel benötigen Teilnehmer eine Möglichkeit, ihren Kaufnachweis hochzuladen. Die Uploadseite sollte erklären:
welche Dateiformate zulässig sind,
wie groß die Datei maximal sein darf,
welche Angaben auf dem Beleg lesbar sein müssen,
ob Vorder- und Rückseite benötigt werden,
wie mit langen oder mehrseitigen Belegen umzugehen ist,
ob personenbezogene Angaben geschwärzt werden dürfen,
was nach dem Upload geschieht.
Mobile Nutzer sollten den Beleg direkt mit der Smartphone-Kamera fotografieren können. Dabei helfen eine Vorschau, Hinweise zur Bildqualität und eine Möglichkeit, die Aufnahme vor dem Absenden auszutauschen.
Je nach Kampagne kann eine automatisierte OCR-Kassenbonprüfung relevante Angaben wie Händler, Kaufdatum, Aktionsprodukt oder Bonnummer erkennen. Eine automatisierte Erkennung ersetzt jedoch nicht in jedem Fall die nachgelagerte Plausibilitäts- und Missbrauchsprüfung.
Bei Code-Gewinnspielen wird häufig eine eigenständige Eingabeseite benötigt. Dort geben Teilnehmer einen auf der Verpackung, dem Kassenbon, einer Gewinnspielkarte oder einem Aktionsprodukt abgedruckten Code ein. Die Seite sollte:
die Position des Codes erklären,
ein Beispiel für das Codeformat zeigen,
Groß- und Kleinschreibung berücksichtigen,
typische Verwechslungen vermeiden,
Eingaben unmittelbar validieren,
verständliche Fehlermeldungen ausgeben,
wiederholte automatisierte Versuche begrenzen.
Statt einer allgemeinen Fehlermeldung können unterschiedliche Situationen erläutert werden:
Der Code besitzt nicht das erwartete Format.
Der Code wurde bereits verwendet.
Der Code gehört nicht zur laufenden Aktion.
Die maximale Zahl der Eingabeversuche wurde erreicht.
Der Code kann vorübergehend nicht geprüft werden.
Wie Codes erzeugt, verteilt und gegen Mehrfachverwendung abgesichert werden, erläutert der Beitrag zur Codevalidierung und zu Code-Gewinnspielen.
6. Die Sofortgewinn-Ergebnisseite
Bei Instant-Win-Kampagnen müssen Teilnehmer unmittelbar nach ihrer Eingabe erfahren, ob sie gewonnen haben. Die Ergebnisseite sollte eindeutig zwischen drei Zuständen unterscheiden:
gewonnen,
nicht gewonnen,
technische oder noch ungeklärte Prüfung.
Bei einem Gewinn sollten der Preis, die nächsten Schritte und gegebenenfalls eine Frist zur Bestätigung dargestellt werden. Es muss außerdem klar sein, ob der Gewinn bereits verbindlich feststeht oder noch unter dem Vorbehalt einer Kaufnachweis- oder Missbrauchsprüfung steht.
Bei einer Niete sollte die Kommunikation wertschätzend bleiben. Je nach Kampagne kann auf eine erneute Teilnahme, eine zusätzliche Verlosung oder andere Aktionsinhalte hingewiesen werden.
Die Ergebnisseite darf nicht den Eindruck eines Gewinns vermitteln, wenn tatsächlich noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden müssen.
7. Die Danke-Seite
Die Danke-Seite bestätigt, dass die Eingaben technisch übermittelt wurden. Sie wird häufig unterschätzt, ist aber ein wichtiger Orientierungspunkt. Sie sollte beantworten:
War die Teilnahme erfolgreich?
Ist noch eine E-Mail-Bestätigung erforderlich?
Wird der Kaufnachweis noch geprüft?
Wann und wie werden Gewinner informiert?
Darf erneut teilgenommen werden?
An wen kann ich mich bei Fragen wenden?
Darüber hinaus kann die Danke-Seite für weitere zulässige Kampagnenziele genutzt werden, etwa:
Hinweise auf Produkte oder Inhalte,
Weiterleitung zu einem Loyalty-Programm,
Teilen der Aktion,
Anzeige eines Gutscheins,
Einladung zu einer freiwilligen Umfrage.
Zusätzliche Kommunikation darf den erfolgreichen Abschluss der Teilnahme jedoch nicht verdecken.
8. Die Bestätigungsseite
Eine Bestätigungsseite zeigt, dass ein nachgelagerter Schritt erfolgreich abgeschlossen wurde. Das kann beispielsweise die Bestätigung einer E-Mail-Adresse, die Aktivierung eines Kontos oder die Annahme eines Gewinns sein. Sie unterscheidet sich von der Danke-Seite:
Die Danke-Seite bestätigt die Übermittlung des Formulars.
Die Bestätigungsseite bestätigt einen zusätzlichen Prozessschritt.
Die Formulierungen sollten diesen Unterschied klar erkennbar machen. „Deine Daten wurden übermittelt“ ist nicht gleichbedeutend mit „Deine Teilnahme ist vollständig bestätigt“.
9. Die Double-Opt-in-Seite
Soll eine Einwilligung für einen Newsletter oder andere elektronische Werbekommunikation eingeholt werden, wird häufig ein Double-Opt-in-Verfahren eingesetzt. Nach dem Absenden des Formulars erhält die betreffende Person eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Die dazugehörige Landingpage sollte den Status eindeutig darstellen:
Einwilligung erfolgreich bestätigt,
Link bereits verwendet,
Link abgelaufen,
Link ungültig,
technische Störung.
Die Werbeeinwilligung sollte von der eigentlichen Gewinnspielteilnahme getrennt behandelt werden, sofern sie keine zwingende Teilnahmevoraussetzung darstellt. Sie muss transparent und freiwillig ausgestaltet sein.
Die Teilnahmebedingungen bilden den verbindlichen Rahmen der Kampagne. Sie sollten von jeder relevanten Seite aus leicht erreichbar sein. Typische Inhalte sind:
Veranstalter
Teilnahmeberechtigung
Teilnahmezeitraum
Aktionsgebiet
Teilnahmeweg
Kaufvoraussetzungen
zulässige Zahl der Teilnahmen
Beschreibung der Gewinne
Gewinnerermittlung
Gewinnerbenachrichtigung
Fristen zur Rückmeldung
Ausschlussgründe
Umgang mit Manipulationsversuchen
Regelungen zu Ersatzgewinnen
gegebenenfalls länderspezifische Bestimmungen
Die Teilnahmebedingungen sollten nicht lediglich als schwer lesbares PDF bereitgestellt werden. Eine gut strukturierte HTML-Seite ist auf mobilen Geräten leichter nutzbar, besser durchsuchbar und grundsätzlich zugänglicher. Wird zusätzlich ein PDF angeboten, sollte auch dieses barrierefrei erstellt werden.
Ein ausführliches Muster ersetzt keine juristische Prüfung der konkreten Kampagne. Vertiefende Hinweise enthält der Leitartikel zu Gewinnspiel-Teilnahmebedingungen.
11. Die Datenschutzinformationen
Die Datenschutzseite erklärt, welche personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit der Kampagne verarbeitet werden. Sie sollte unter anderem transparent darstellen:
Verantwortlicher
Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten, sofern erforderlich
verarbeitete Daten
Verarbeitungszwecke
Rechtsgrundlagen
Empfänger und Dienstleister
Speicherdauer
mögliche Drittlandübermittlungen
Rechte der betroffenen Personen
Beschwerdemöglichkeit
Einsatz von Tracking- und Analysetechnologien
Teilnahmebedingungen und Datenschutzinformationen erfüllen unterschiedliche Funktionen und sollten nicht unübersichtlich miteinander vermischt werden.
12. Die FAQ-Seite
Eine FAQ-Seite entlastet den Support und hilft Teilnehmern, Probleme eigenständig zu lösen. Typische Fragen sind:
Wer darf teilnehmen?
Wo finde ich meinen Aktionscode?
Warum wird mein Code nicht akzeptiert?
Welche Produkte nehmen an der Aktion teil?
Wie lade ich meinen Kassenbon hoch?
Welche Dateiformate sind erlaubt?
Kann ich mehrfach teilnehmen?
Warum habe ich keine Bestätigungs-E-Mail erhalten?
Wann werden die Gewinner ermittelt?
Wie erfahre ich, ob ich gewonnen habe?
Was geschieht mit meinen Daten?
An wen kann ich mich bei technischen Problemen wenden?
Die FAQ sollten nach Themen gruppiert und während der Kampagne anhand der tatsächlichen Supportanfragen aktualisiert werden.
13. Die Gewinnerseite
Eine Gewinnerseite kann nach Abschluss einer Kampagne Gewinner, Gewinnergeschichten oder übergebene Hauptpreise präsentieren. Vor einer Veröffentlichung muss geklärt werden, welche Angaben mit welcher Rechtsgrundlage veröffentlicht werden dürfen. Eine pauschale Veröffentlichung vollständiger Namen oder Wohnorte ist nicht automatisch erforderlich. Mögliche datensparsame Darstellungen sind beispielsweise:
Vorname und abgekürzter Nachname,
Vorname und Region,
anonymisierte Gewinnerzahl,
veröffentlichte Gewinnergeschichte mit gesonderter Zustimmung.
Bei größeren Kampagnen kann die Gewinnerseite zugleich Vertrauen schaffen, weil sie zeigt, dass die ausgelobten Preise tatsächlich vergeben wurden.
14. Kontakt- und Supportseite
Teilnehmer benötigen einen klar erkennbaren Ansprechpartner für Fragen und Probleme. Die Kontaktseite sollte mindestens enthalten:
Kontaktformular oder E-Mail-Adresse,
erwartbare Bearbeitungszeit,
Angaben, die für eine Zuordnung benötigt werden,
Hinweis, keine vollständigen Codes oder unnötige personenbezogene Daten über ungesicherte Kanäle zu senden,
gegebenenfalls Telefonnummer und Servicezeiten.
Das Kontaktformular sollte eine Auswahl typischer Anliegen ermöglichen. Dadurch lassen sich Anfragen schneller zuordnen, beispielsweise:
Codeproblem,
Kaufnachweis,
technische Störung,
fehlende Bestätigungs-E-Mail,
Gewinnerbenachrichtigung,
Datenschutzanfrage.
15. Fehlerseiten und technische Statusseiten
Fehlerseiten gehören zur geplanten Nutzerführung und sollten nicht erst nach dem Start der Kampagne improvisiert werden. Benötigt werden können:
404-Seite für nicht gefundene Inhalte,
Seite für abgelaufene Aktionen,
Wartungsseite,
allgemeine technische Fehlerseite,
Fehlermeldung bei unterbrochenem Upload,
Statusseite bei vorübergehend nicht erreichbarer Codeprüfung,
Hinweis bei ungültigen oder abgelaufenen Bestätigungslinks.
Jede Fehlerseite sollte erklären:
was passiert ist,
ob Daten gespeichert wurden,
was der Teilnehmer jetzt tun kann,
wo er Unterstützung erhält.
Eine bloße Meldung wie „Error 500“ ist für Teilnehmer nicht hilfreich.
BARRIEREFREIHEIT ÜBER ALLE GEWINNSPIELSEITEN HINWEG
Barrierefreiheit darf nicht als zusätzliche Einzelseite verstanden werden. Sie muss in der gesamten Plattform berücksichtigt werden.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz definiert Barrierefreiheit grundsätzlich so, dass Angebote für Menschen mit Behinderungen in üblicher Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sein sollen. Ob und in welchem Umfang eine konkrete Gewinnspielplattform unmittelbar in den Anwendungsbereich fällt, muss anhand des jeweiligen Angebots geprüft werden.
Als technischer Orientierungsrahmen sollten insbesondere die aktuellen Web Content Accessibility Guidelines WCAG 2.2 berücksichtigt werden. Das W3C empfiehlt bei neuen oder überarbeiteten Richtlinien und Angeboten die Verwendung der aktuellen WCAG-Version. Wichtige Anforderungen sind:
vollständige Bedienbarkeit per Tastatur,
sichtbare Fokusmarkierungen,
ausreichende Kontraste,
aussagekräftige Alternativtexte,
korrekt beschriftete Formularfelder,
verständliche Fehlerhinweise,
logische Überschriftenstruktur,
Screenreader-Kompatibilität,
ausreichend große Bedienelemente,
Untertitel oder Alternativen für Videos,
Vermeidung unnötiger Zeitlimits,
barrierefreie Teilnahmebedingungen und Dokumente,
zugängliche Alternativen zu Captchas.
Insbesondere Uploadfunktionen, Kalenderfelder, modale Fenster, Glücksräder und spielerische Mechaniken müssen gesondert getestet werden. Weitere Details behandelt der Leitartikel zu barrierefreien Gewinnspielen.
TRACKING UND CONSENT RICHTIG EINPLANEN
Eine Gewinnspielplattform sollte nicht nur die Zahl der abgeschlossenen Teilnahmen messen. Für eine sinnvolle Optimierung ist der gesamte Funnel relevant. Mögliche Messpunkte sind:
Aufruf der Startseite,
Klick auf „Jetzt teilnehmen“,
Beginn des Formulars,
Abbruch an einem Formularschritt,
Fehler bei Code oder Upload,
erfolgreich abgesendete Teilnahme,
Bestätigung einer E-Mail-Adresse,
wiederholte Teilnahme,
Kontaktaufnahme mit dem Support.
Dabei ist zwischen technisch notwendigen Vorgängen und optionalen Analyse- oder Marketingtechnologien zu unterscheiden. Die deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden weisen darauf hin, dass bei Cookies und vergleichbaren Technologien sowohl der Zugriff auf Informationen im Endgerät als auch die anschließende Verarbeitung personenbezogener Daten rechtlich zu beurteilen sind. Eine Consent-Management-Plattform ist nicht allein durch ihren Einbau rechtskonform; entscheidend sind ihre konkrete Konfiguration und die eingesetzten Dienste.
Das Consent-Banner darf die Teilnahme nicht unnötig blockieren. Ablehnen und Zustimmen sollten verständlich möglich sein. Außerdem muss die einmal getroffene Auswahl später geändert werden können.
MOBILE NUTZERFÜHRUNG: VOM WERBEMITTEL BIS ZUR TEILNAHME
Viele Teilnehmer gelangen über einen QR-Code, eine Produktverpackung, Social Media oder eine mobile Anzeige zur Kampagne. Die Seitenstruktur sollte daher zuerst für kleine Bildschirme geplant werden. Wichtig sind:
kurze Ladezeiten,
gut lesbare Texte,
große Buttons,
passende Eingabetastaturen,
Autofill, wo sinnvoll,
wenige Formularschritte,
stabile Kamera- und Uploadfunktionen,
keine horizontalen Scrollbereiche,
klare Fortschrittsanzeigen,
Speicherung bereits eingegebener Daten bei einem Fehler,
verständliche Rückkehrmöglichkeiten.
Bei mehrstufigen Prozessen sollte jederzeit erkennbar sein, an welcher Stelle sich der Teilnehmer befindet. Ein Fortschrittsbalken wie „Schritt 2 von 3“ schafft mehr Orientierung als mehrere unverbundene Seiten.
EINSEITIGE ODER MEHRSTUFIGE GEWINNSPIEL-LANDINGPAGE?
Eine häufige Konzeptfrage lautet, ob alle Inhalte auf einer Seite dargestellt oder auf mehrere Schritte verteilt werden sollten.
Eine kompakte Ein-Seiten-Lösung eignet sich, wenn:
die Mechanik einfach ist,
nur wenige Daten benötigt werden,
kein Login erforderlich ist,
kein Kaufnachweis hochgeladen wird,
das Gewinnspiel nur einen Teilnahmeweg besitzt.
Eine mehrstufige Lösung eignet sich, wenn:
Codes validiert werden,
Kassenbons hochgeladen werden,
mehrere Fragen beantwortet werden,
verschiedene Teilnahmewege bestehen,
Nutzerkonten benötigt werden,
Sofortgewinne und Hauptverlosungen kombiniert werden,
zusätzliche Prüf- oder Bestätigungsschritte vorgesehen sind.
Mehr Seiten bedeuten nicht automatisch eine schlechtere Conversion. Ein langer, unübersichtlicher Ein-Seiten-Prozess kann belastender sein als drei klar abgegrenzte Schritte.
Beispiel für eine einfache Seitenstruktur
Eine klassische Online-Verlosung könnte folgendermaßen aufgebaut sein:
Startseite
Teilnahmeformular
Danke-Seite
Teilnahmebedingungen
Datenschutzinformationen
FAQ und Kontakt
technische Fehlerseiten
Beispiel für ein Kassenbon-Gewinnspiel
Bei einem Kassenbon-Gewinnspiel kann der Prozess umfangreicher sein:
Startseite
Erklärung der Aktionsprodukte
Eingabe der Kontaktdaten
Upload des Kaufnachweises
Prüfung der Eingaben
Danke- oder Statusseite
gegebenenfalls E-Mail-Bestätigung
FAQ
Teilnahmebedingungen
Datenschutzinformationen
Support- und Fehlerseiten
Beispiel für ein Code- und Instant-Win-Gewinnspiel
Eine Instant-Win-Kampagne kann folgende Struktur besitzen:
Startseite
Codeeingabe
Validierung des Codes
Sofortgewinn-Ergebnisseite
Erfassung der Gewinnerdaten
Gewinnbestätigung
Danke-Seite
Benutzerkonto für weitere Teilnahmen
Teilnahmebedingungen
Datenschutzinformationen
FAQ und Support
DIE SEITENARCHITEKTUR VOR DER ENTWICKLUNG FESTLEGEN
Die benötigten Seiten sollten bereits während der Konzeption in einem Ablaufdiagramm oder Wireframe festgehalten werden. Dabei müssen auch Sonderfälle berücksichtigt werden:
Was geschieht bei einem ungültigen Code?
Was geschieht bei einem nicht lesbaren Kassenbon?
Was sieht ein minderjähriger Teilnehmer?
Was passiert nach Ende des Teilnahmezeitraums?
Wie wird eine doppelte Registrierung behandelt?
Was geschieht bei einer technischen Unterbrechung?
Wie läuft die Bestätigung eines Gewinns ab?
Welche Informationen erhält ein ausgeschlossener Teilnehmer?
Wie kann eine Einwilligung widerrufen werden?
Gerade diese Ausnahmefälle entscheiden darüber, ob eine Plattform im laufenden Betrieb stabil und verständlich funktioniert.
CHECKLISTE: WELCHE SEITEN BRAUCHT DEIN GEWINNSPIEL?
Prüfe vor der Entwicklung:
Gibt es eine eindeutige Startseite?
Ist der Teilnahmeweg sofort erkennbar?
Werden nur notwendige Daten abgefragt?
Wird ein Login wirklich benötigt?
Gibt es eine verständliche Codeeingabe?
Funktioniert der Kaufnachweis-Upload mobil?
Werden Sofortgewinner eindeutig informiert?
Bestätigt eine Danke-Seite den aktuellen Status?
Ist ein Double Opt-in korrekt abgebildet?
Sind Teilnahmebedingungen leicht erreichbar?
Sind Datenschutzinformationen getrennt verfügbar?
Beantwortet eine FAQ typische Fragen?
Gibt es einen erreichbaren Support?
Sind alle technischen Fehlerfälle geplant?
Funktionieren sämtliche Seiten per Tastatur und Screenreader?
Sind Tracking und Consent sauber getrennt?
Ist der gesamte Prozess für Smartphones optimiert?
Wurde der Teilnahmeprozess auf mehreren Geräten getestet?
FAZIT: JEDE SEITE BRAUCHT EINE KLARE AUFGABE
Eine gute Gewinnspiel-Landingpage ist kein loses Nebeneinander einzelner Webseiten. Sie ist ein zusammenhängender Teilnahmeprozess.
Die Startseite weckt Interesse. Das Formular erfasst die benötigten Angaben. Upload- und Codeseiten bilden die Mechanik ab. Bestätigungs- und Danke-Seiten vermitteln Sicherheit. Teilnahmebedingungen und Datenschutzinformationen sorgen für Transparenz. FAQ, Support und Fehlerseiten verhindern, dass Teilnehmer bei Problemen allein gelassen werden.
Wie umfangreich die Plattform sein muss, richtet sich nach der Mechanik. Der wichtigste Grundsatz bleibt jedoch immer gleich: Jede Seite sollte eine eindeutige Aufgabe erfüllen und den Teilnehmer verständlich zum nächsten Schritt führen.
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HÄUFIGE FRAGEN ZUR SEITENSTRUKTUR VON GEWINNSPIELEN
Reicht für ein Gewinnspiel eine einzelne Landingpage? Bei einer einfachen Verlosung kann eine kompakte Landingpage ausreichen. Teilnahmebedingungen, Datenschutzinformationen und Kontaktmöglichkeiten müssen trotzdem leicht erreichbar sein. Bei Codes, Kaufnachweisen, Sofortgewinnen oder Benutzerkonten ist meist ein mehrstufiger Prozess sinnvoller.
Braucht jedes Gewinnspiel eine Danke-Seite? Eine Danke-Seite ist sehr empfehlenswert. Sie bestätigt die Übermittlung und erklärt, ob noch weitere Schritte wie eine E-Mail-Bestätigung oder Kaufnachweisprüfung erforderlich sind.
Müssen Teilnahmebedingungen und Datenschutz getrennt sein? Ja, eine klare Trennung ist sinnvoll. Die Teilnahmebedingungen regeln die Durchführung der Aktion. Die Datenschutzinformationen erklären die Verarbeitung personenbezogener Daten.
Ist ein Login für ein Gewinnspiel sinnvoll? Ein Login lohnt sich vor allem bei wiederholten Teilnahmen, Punktesystemen, Loyalty-Mechaniken oder länger laufenden Kampagnen. Bei einer einmaligen Verlosung kann er eine unnötige Teilnahmehürde darstellen.
Welche Seiten werden bei einem Kassenbon-Gewinnspiel benötigt? Typischerweise werden eine Startseite, ein Teilnahmeformular, eine Uploadseite, eine Status- oder Danke-Seite, Teilnahmebedingungen, Datenschutzinformationen, FAQ sowie Support- und Fehlerseiten benötigt.
Was sollte nach Ende des Gewinnspiels auf der Landingpage erscheinen? Nach Aktionsende sollte die Seite klar darauf hinweisen, dass keine Teilnahme mehr möglich ist. Je nach Kampagne können Informationen zur Gewinnerermittlung, ein FAQ, die Teilnahmebedingungen und später eine Gewinnerseite erreichbar bleiben.
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Patrick Grünberg bringt ein Jahrzehnt Erfahrung im Bereich Marketing und Kommunikation mit. Als kreativer Kopf mit einem Auge für Trends und Technologien hat er zahlreiche erfolgreiche Kampagnen im B2B- und B2C-Marketing umgesetzt. Sein Schwerpunkt liegt auf innovativen Marketingstrategien, die Marken nachhaltig stärken und Zielgruppen begeistern.
Besonders begeistert ist Patrick von Themen wie Storytelling, Kundenbindung und dem Einsatz neuer Technologien wie KI oder Gamification im Gewinnspiel-Marketing. Seine Leidenschaft für klar verständliche und praxisnahe Inhalte spiegelt sich in jedem seiner Artikel wider. Dabei legt er großen Wert darauf, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Seine Artikel auf dem HAPPY-Blog sollen dir nicht nur Wissen vermitteln, sondern dich auch motivieren, eigene, außergewöhnliche Wege im Marketing zu gehen.
Patrick Grünberg ist nach seinem Studium des Medien- und Kommunikationsmanagements seit Oktober bei HAPPY und seit 5 Jahren Managing Consultant. 2020 hat er mit seinem Vater und Lothar Mende die HAPPY Secure Promotions GmbH für Gewinnspiel-Absicherungen gegründet. Die HAPPY Group ist damit der einzige Anbieter im deutschsprachigen Raum, der als spezialisierter Full-Service-Dienstleister für Gewinnspiel-Lösungen und abgesicherte Promotions alles aus einer Hand anbietet.