Verfasst von Patrick Grünberg · ca. 24 Minuten Lesezeit
Gewinnspiele in China mit HAPPY

China gehört für internationale Marken zu den größten und strategisch wichtigsten Konsumgütermärkten der Welt. Die hohe digitale Affinität, die starke Bedeutung von Mobile Commerce, Social Media und Livestream-Shopping sowie die Reichweite chinesischer Plattformen eröffnen zahlreiche Möglichkeiten für Gewinnspiele, Verkaufsförderungsaktionen und interaktive Markenkampagnen.

Kurzzusammenfassung

China ist für internationale Marken ein riesiger, aber anspruchsvoller Promotionsmarkt: Eine Kampagne lässt sich hier nicht einfach übersetzen und unverändert ausrollen. Der Beitrag zeigt dir, worauf es wirklich ankommt – von der Abgrenzung zur Lotterie über Gewinnlimits und das chinesische Werberecht bis zu PIPL, grenzüberschreitenden Datenübermittlungen, Hosting, lokalen Plattformen und Gewinnlogistik.

HAPPY plant und betreibt internationale Gewinnspiele aus einer Hand – inklusive rechtlicher Koordination, Technik, Teilnehmer-Support und Fulfillment. Sprich uns an, wenn deine Promotion auch in China zuverlässig laufen soll.

Gleichzeitig gehört China zu den Märkten, in denen sich eine internationale Promotion nicht einfach übersetzen und unverändert ausrollen lässt. Rechtliche Vorgaben, Datenschutz und internationale Datenübermittlungen, die technische Erreichbarkeit aus China, lokale Plattformregeln, chinesische Teilnahmebedingungen und die Gewinnlogistik müssen frühzeitig aufeinander abgestimmt werden.

BESONDERE AUFMERKSAMKEIT ERFORDERN UNTER ANDEREM:

  • die Abgrenzung zulässiger Gewinnspiele von staatlich regulierten Lotterien,
  • die Vorgaben für verkaufsfördernde Aktionen mit Gewinnchance,
  • die Begrenzung bestimmter zufallsbasierter Hauptgewinne,
  • das chinesische Werbe- und Wettbewerbsrecht,
  • Teilnahmebedingungen und Datenschutzinformationen auf Chinesisch,
  • die Verarbeitung und Übermittlung personenbezogener Daten,
  • Hosting, Ladezeiten und technische Erreichbarkeit,
  • die Auswahl geeigneter chinesischer Social-Media-Plattformen,
  • die Einbindung eines lokalen Partners,
  • Gewinnbeschaffung, Versand, Zoll und Gewinnerkommunikation.

GEWINNSPIELE IN CHINA

China bietet internationalen Marken große Reichweiten- und Aktivierungschancen, ist jedoch ein rechtlich, technisch und operativ anspruchsvoller Promotionsmarkt. Kaufgebundene und andere absatzfördernde Gewinnspiele können unter die chinesischen Regeln für sogenannte Prize-Attached Sales fallen. Bei zufallsbasierten Aktionen darf der höchste Gewinn nach der allgemeinen gesetzlichen Regel grundsätzlich nicht mehr als 50.000 Renminbi betragen.

Daneben müssen Werbeaussagen wahr, eindeutig und nachvollziehbar sein. Teilnahmebedingungen, Datenschutzinformationen und Gewinnerkommunikation sollten professionell auf Chinesisch erstellt werden. Werden Teilnehmerdaten außerhalb Festlandchinas verarbeitet, sind die chinesischen Vorgaben für grenzüberschreitende Datenübermittlungen zu prüfen.

Auch eine technisch weltweit erreichbare Gewinnspielseite funktioniert in China nicht automatisch zuverlässig. Hostingstandort, verwendete Dienste, Ladezeiten, Schnittstellen, Trackingtechnologien und lokale Plattformen sollten daher vor dem Launch getestet werden. Für viele Kampagnen empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Unternehmen, einer lokalen Konzerngesellschaft oder einem erfahrenen Umsetzungspartner.

IN CHINA SIND VERSCHIEDENE GESETZE RELEVANT

In China existiert kein einzelnes, ausschließlich auf Marketinggewinnspiele zugeschnittenes Gewinnspielgesetz. Je nach Mechanik, Teilnahmevoraussetzung, Gewinnhöhe, Werbeaussage, Plattform und Datenverarbeitung können unterschiedliche Gesetze und Vorschriften relevant werden. Dazu gehören insbesondere:

  • das chinesische Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb,
  • die Vorschriften über Verkaufsförderungsmaßnahmen,
  • das chinesische Werberecht,
  • das Verbraucherschutzrecht,
  • das Personal Information Protection Law, kurz PIPL,
  • das Cybersecurity Law,
  • das Data Security Law,
  • Vorschriften über internationale Datenübermittlungen,
  • Telekommunikations- und Hostinganforderungen,
  • die Nutzungs- und Werberichtlinien der eingesetzten Plattformen.

Deshalb muss zunächst die tatsächliche Mechanik betrachtet werden. Die Bezeichnung als „Gewinnspiel“, „Contest“, „Lucky Draw“, „Giveaway“ oder „Promotion“ entscheidet nicht über die rechtliche Einordnung.

Einen grundlegenden Überblick über die Planung länderübergreifender Kampagnen gibt unser Leitartikel Patrick erklärt: Internationale Gewinnspiele – wie Marken globale Promotions sicher planen und lokal erfolgreich umsetzen.

WARUM CHINA FÜR INTERNATIONALE MARKEN INTERESSANT IST

China ist für zahlreiche Branchen ein strategischer Schlüsselmarkt. Besonders relevant sind Gewinnspiele und Promotions für Unternehmen aus den Bereichen:

  • FMCG und Lebensmittel,
  • Getränke,
  • Kosmetik und Körperpflege,
  • Mode und Luxusgüter,
  • Unterhaltungselektronik,
  • Gaming und Entertainment,
  • Automobil und Mobilität,
  • Haushaltsprodukte,
  • Handel und E-Commerce,
  • Tourismus,
  • Finanz- und Technologiedienstleistungen,
  • Sport und Lifestyle.

Digitale Kampagnen können in China sehr schnell große Reichweiten erzielen. Die Customer Journey unterscheidet sich jedoch häufig deutlich von europäischen Märkten. Kommunikation, Produktsuche, Content, E-Commerce, Bezahlung und Kundenservice finden vielfach innerhalb großer Plattformökosysteme statt.

Eine Kampagne, die in Deutschland auf einer klassischen Landingpage, über Instagram und per E-Mail funktioniert, benötigt in China daher möglicherweise eine vollständig andere Plattform-, Medien- und Kommunikationsstrategie.

GEWINNSPIEL ODER UNERLAUBTE LOTTERIE?

Eine der wichtigsten Fragen ist die Abgrenzung zwischen einer kommerziellen Verkaufsförderungsaktion und einer Lotterie beziehungsweise einer sonstigen staatlich regulierten Glücksspielaktivität.

Private Unternehmen dürfen nicht einfach eine eigenständige kommerzielle Lotterie veranstalten. Besonders kritisch werden Modelle, bei denen Teilnehmer allein oder hauptsächlich für die Gewinnchance bezahlen. Die Gestaltung darf nicht darauf hinauslaufen, Lose, Gewinnchancen oder vergleichbare Zufallsmöglichkeiten als eigenständiges Produkt zu verkaufen.

Anders können klassische Verkaufsförderungsmaßnahmen eingeordnet werden, bei denen eine Marke im Zusammenhang mit ihren Waren oder Dienstleistungen Gewinne auslobt. Dazu können beispielsweise gehören:

  • Kauf eines Aktionsprodukts und Teilnahme an einer Verlosung,
  • Eingabe eines Aktionscodes,
  • Upload eines Kaufnachweises,
  • Teilnahme nach einer Bestellung,
  • Gewinnchance im Rahmen eines Loyalty-Programms,
  • kostenloses Onlinegewinnspiel,
  • Social-Media-Aktion,
  • Kreativ-, Foto- oder Wissenswettbewerb,
  • Instant-Win-Mechanik,
  • digitale Sammel- oder Gamification-Aktion.

Ob die konkrete Gestaltung zulässig ist, hängt nicht allein davon ab, ob die Teilnahme kostenlos ist. Die wirtschaftliche Funktion, die Art der Zufallsentscheidung, die Darstellung gegenüber Verbrauchern und die Verbindung zum Produktverkauf müssen insgesamt betrachtet werden.

Eine lokale rechtliche Prüfung sollte deshalb erfolgen, bevor Mechanik, Verpackungen, Werbemittel und Gewinnplan final produziert werden.

PRIZE-ATTACHED SALES: GEWINNSPIELE ALS VERKAUFSFÖRDERUNG

Kaufgebundene Gewinnspiele und vergleichbare verkaufsfördernde Aktionen können in China als sogenannte Prize-Attached Sales behandelt werden. Gemeint sind Verkaufsmaßnahmen, bei denen Unternehmen im Zusammenhang mit dem Absatz von Waren oder Dienstleistungen Preise, Geldbeträge oder andere wirtschaftliche Vorteile anbieten. Bei solchen Aktionen müssen insbesondere die folgenden Informationen eindeutig feststehen und transparent kommuniziert werden:

  • Art und Anzahl der Gewinne,
  • Wert beziehungsweise Höhe der Gewinne,
  • Teilnahmevoraussetzungen,
  • Aktionszeitraum,
  • Gewinnchancen oder Auswahlverfahren,
  • Ziehungs- oder Bewertungsmethode,
  • Bedingungen für die Gewinnannahme,
  • Einlöse- und Ausschlussbedingungen,
  • Vorgehen bei nicht erreichbaren Gewinnern,
  • Gewinnversand oder Gewinnübergabe.

Problematisch sind insbesondere unklare Gewinnangaben, tatsächlich nicht vorhandene Gewinne, manipulierte Ziehungen oder nachträgliche Änderungen zulasten der Teilnehmer.

Nach Beginn der Promotion sollten Gewinnarten, Gewinnwerte und Einlösebedingungen nicht ohne sachlich gerechtfertigten Grund geändert werden. Der Veranstalter muss die ausgelobten Gewinne tatsächlich bereitstellen und entsprechend den veröffentlichten Bedingungen vergeben.

HÖCHSTGRENZE FÜR ZUFALLSBASIERTE GEWINNE

Bei als Prize-Attached Sales eingeordneten, zufallsbasierten Verkaufsförderungsaktionen darf der höchste Gewinn nach der allgemeinen Regel des chinesischen Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb grundsätzlich 50.000 Renminbi nicht überschreiten. Diese Grenze ist besonders relevant für:

  • Verlosungen unter Käufern,
  • Kassenbon-Gewinnspiele,
  • Produktcode-Promotions,
  • Lucky Draws,
  • Instant Wins,
  • zufallsbasierte digitale Spiele,
  • Verlosungen im E-Commerce,
  • zufällige Rabatt- oder Gutscheinaktionen.

Bei Sachpreisen ist nicht nur der interne Einkaufspreis des Veranstalters entscheidend. Maßgeblich kann der tatsächliche wirtschaftliche beziehungsweise marktübliche Wert des Gewinns sein.

Bei Gewinnpaketen sollten alle Bestandteile berücksichtigt werden. Das gilt beispielsweise für:

  • Reisen einschließlich Flug und Hotel,
  • Fahrzeuge einschließlich Zusatzausstattung,
  • Elektronikpakete,
  • Gutscheine und Guthaben,
  • VIP-Erlebnisse,
  • Kombinationen mehrerer Sach- und Geldleistungen.

Ob die Höchstgrenze in einer konkreten Konstellation greift, hängt von der Einordnung der Promotion ab. Bei Kreativ- oder Leistungswettbewerben können andere Erwägungen gelten als bei einer reinen Zufallsziehung. Die Abgrenzung sollte jedoch nicht allein vorgenommen werden, um die gesetzliche Grenze zu umgehen. Bewertungskriterien, Jury und Auswahlprozess müssen bei einem Skill Contest tatsächlich leistungsbezogen ausgestaltet sein.

KOSTENLOSE GEWINNSPIELE OHNE KAUF

Auch ein vollständig kostenloses Gewinnspiel sollte in China rechtlich geprüft werden. Allein der Verzicht auf eine Kaufvoraussetzung bedeutet nicht, dass Werbe-, Verbraucher-, Datenschutz- und Plattformvorgaben entfallen. Typische kostenlose Mechaniken sind:

  • Teilnahme über ein frei zugängliches Formular,
  • Social-Media-Kommentar,
  • Folgen eines offiziellen Markenaccounts,
  • Beantwortung einer Frage,
  • Einsendung eines Fotos oder Videos,
  • Teilnahme an einer Marken-Challenge,
  • Registrierung für eine kostenlose Veranstaltung,
  • Interaktion innerhalb eines Mini-Programms.

Dabei muss insbesondere geprüft werden, ob die Aktion tatsächlich kostenlos bleibt oder ob eine wirtschaftliche Gegenleistung verlangt wird. Auch die Verpflichtung, umfangreiche Inhalte zu erstellen, Kontakte zu werben, Daten zu Marketingzwecken bereitzustellen oder kostenpflichtige Dienste zu nutzen, kann die Bewertung beeinflussen.

CHINESISCHES WERBERECHT

Gewinnspiele sind immer auch Werbung. Deshalb müssen alle Aussagen über Gewinne, Gewinnchancen, Teilnahme, Produkte und Vorteile wahr, klar und belegbar sein. Kritisch sind insbesondere:

  • nicht vorhandene oder nicht verfügbare Gewinne,
  • übertriebene Gewinnchancen,
  • verschleierte Teilnahmevoraussetzungen,
  • widersprüchliche Kurz- und Langbedingungen,
  • irreführende Preisangaben,
  • künstlich erhöhte Vergleichspreise,
  • nicht erklärte Einschränkungen,
  • scheinbar garantierte Gewinne,
  • unzulässige oder unbelegbare Superlative,
  • nachträglich veränderte Gewinnbedingungen.

Wesentliche Einschränkungen sollten nicht ausschließlich in schwer auffindbaren Teilnahmebedingungen stehen. Schon das Werbemittel sollte erkennen lassen, worum es sich handelt, wer teilnehmen darf und welche zentralen Bedingungen gelten.

Bei stark regulierten Branchen wie Gesundheit, Medizin, Nahrungsergänzung, Alkohol, Finanzdienstleistungen, Bildung oder bestimmten digitalen Angeboten können zusätzliche Werbebeschränkungen gelten.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN AUF CHINESISCH

Teilnahmebedingungen sollten für Festlandchina grundsätzlich professionell in vereinfachtem Chinesisch erstellt werden. Eine maschinelle oder rein wörtliche Übersetzung einer europäischen Fassung reicht nicht aus. Die chinesischen Teilnahmebedingungen sollten insbesondere regeln:

  • vollständige Identität des Veranstalters,
  • gegebenenfalls Rolle des lokalen Partners,
  • räumlicher Geltungsbereich,
  • Teilnahmeberechtigung,
  • Mindestalter,
  • Aktionsbeginn und Teilnahmeschluss,
  • teilnehmende Produkte und Verkaufsstellen,
  • erforderliche Kaufzeiträume,
  • zulässige Kaufnachweise,
  • Teilnahmeweg,
  • Begrenzung der Teilnahmehäufigkeit,
  • Ausschluss von Mitarbeitern und Dienstleistern,
  • Umgang mit automatisierten oder manipulierten Teilnahmen,
  • Art, Zahl und Wert der Gewinne,
  • Ziehungs- oder Bewertungsmethode,
  • Bewertungsmaßstäbe bei Wettbewerben,
  • Zeitpunkt der Gewinnerermittlung,
  • Gewinnerbenachrichtigung,
  • Annahme- und Rückmeldefristen,
  • Ersatzgewinnerregelung,
  • Gewinnübergabe und Versand,
  • mögliche Steuern und Nebenkosten,
  • Datenschutz,
  • Nutzungsrechte an eingesendeten Inhalten,
  • Haftungsregelungen,
  • Support- und Kontaktmöglichkeiten.

Kurzbedingungen auf Verpackungen, POS-Materialien, Bannern, Videos und Social-Media-Posts müssen inhaltlich mit der Langfassung übereinstimmen.

DATENSCHUTZ NACH DEM CHINESISCHEN PIPL

Für personenbezogene Daten von Teilnehmern in Festlandchina ist insbesondere das chinesische Personal Information Protection Law relevant. Das PIPL enthält Anforderungen an die Rechtmäßigkeit, Transparenz, Zweckbindung, Datensicherheit und internationale Übermittlung personenbezogener Informationen. Bei Gewinnspielen werden häufig folgende Daten verarbeitet:

  • Name,
  • Mobiltelefonnummer,
  • E-Mail-Adresse,
  • Anschrift,
  • Geburtsdatum,
  • Nutzer- oder Plattform-ID,
  • Kauf- und Bestelldaten,
  • Produktcodes,
  • Kassenbons,
  • Fotos und Videos,
  • Standortinformationen,
  • IP-Adresse und Geräteinformationen,
  • Bank- oder Steuerdaten von Gewinnern,
  • Versand- und Kommunikationsdaten.

Vor der Erhebung müssen Teilnehmer verständlich darüber informiert werden:

  • wer ihre Daten verarbeitet,
  • zu welchen Zwecken die Daten benötigt werden,
  • welche Datenkategorien verarbeitet werden,
  • wie lange die Daten gespeichert werden,
  • an welche Empfänger die Daten übermittelt werden,
  • ob Daten China verlassen,
  • wie Teilnehmer ihre Rechte ausüben können,
  • wie sie den Verantwortlichen erreichen.

Es sollten nur die Daten erhoben werden, die für Teilnahme, Missbrauchsschutz und Gewinnabwicklung tatsächlich erforderlich sind. Die vollständige Versandanschrift muss beispielsweise häufig erst bei den Gewinnern abgefragt werden.

Gewinnspielteilnahme und Werbeeinwilligung sollten getrennt behandelt werden. Eine Mobiltelefonnummer oder Plattform-ID, die für die Gewinnbenachrichtigung erhoben wurde, darf nicht automatisch unbegrenzt für spätere Werbung genutzt werden.

GRENZÜBERSCHREITENDE DATENÜBERMITTLUNG

Internationale Unternehmen möchten Teilnehmerdaten häufig in einer europäischen oder globalen Plattform verarbeiten. Eine solche Übermittlung aus Festlandchina ist jedoch nicht nur ein gewöhnlicher technischer Datentransfer. Je nach Datenart, Umfang, beteiligtem Unternehmen und konkreter Konstellation können unterschiedliche Verfahren oder Voraussetzungen einschlägig sein. Dazu können gehören:

  • eine staatliche Sicherheitsbewertung,
  • der Abschluss und die Registrierung chinesischer Standardvertragsklauseln,
  • eine anerkannte Zertifizierung,
  • gesetzliche Ausnahmen,
  • besondere Einwilligungen,
  • eine Datenschutz-Folgenabschätzung,
  • vertragliche und technische Schutzmaßnahmen.

Seit dem 1. Januar 2026 ergänzt ein neues Zertifizierungsverfahren die chinesische Systematik für grenzüberschreitende Übermittlungen personenbezogener Informationen. Für jede Promotion sollten daher frühzeitig folgende Fragen beantwortet werden:

  • Werden Daten in Festlandchina gespeichert?
  • Greift ein europäisches Team auf die Daten zu?
  • Werden Daten auf Server außerhalb Chinas übertragen?
  • Welche Konzerngesellschaft ist Verantwortlicher?
  • Welche Agenturen und Plattformanbieter erhalten Zugriff?
  • Handelt es sich um sensible personenbezogene Informationen?
  • Wie viele Datensätze werden voraussichtlich verarbeitet?
  • Ist eine gesonderte Einwilligung erforderlich?
  • Welcher Übermittlungsmechanismus kann genutzt werden?
  • Wann werden die Daten gelöscht oder anonymisiert?

Bei einer internationalen Kampagne kann es sinnvoll sein, chinesische Teilnehmerdaten zunächst getrennt in China zu verarbeiten und nur anonymisierte oder aggregierte Reportingdaten in das globale Kampagnensystem zu übertragen.

HOSTING UND TECHNISCHE ERREICHBARKEIT

Eine Website, die aus Europa technisch erreichbar ist, muss in Festlandchina nicht gleichermaßen schnell, stabil oder vollständig nutzbar sein. Probleme können insbesondere durch folgende Komponenten entstehen:

  • außerhalb Chinas gehostete Server,
  • blockierte oder eingeschränkt erreichbare Dienste,
  • internationale Content Delivery Networks,
  • Google-Dienste,
  • externe Schriftbibliotheken,
  • Karten- und Captcha-Dienste,
  • Tracking- und Analysewerkzeuge,
  • Social-Logins westlicher Plattformen,
  • Video- und Cloudanbieter,
  • langsame grenzüberschreitende Schnittstellen.

Deshalb muss die vollständige Teilnehmerreise aus Festlandchina getestet werden. Dazu gehören Landingpage, Registrierung, Verifizierung, Codeeingabe, Datei-Upload, Bestätigung, Gewinnerkommunikation und Support.

Soll die Promotion auf Servern in Festlandchina betrieben werden, können eine ICP-Registrierung und – abhängig von der Art des Angebots – weitere telekommunikationsrechtliche Anforderungen relevant werden. Ein lokales Hostingmodell setzt in der Praxis häufig eine geeignete chinesische Gesellschaft oder einen entsprechend strukturierten lokalen Partner voraus.

Eine Alternative kann ein technisch optimiertes Hosting außerhalb Festlandchinas sein. Ob dies ausreicht, muss durch reale Performance- und Verfügbarkeitstests geprüft werden.

WELCHE SOCIAL-MEDIA-PLATTFORMEN SIND RELEVANT?

Internationale Plattformen wie Facebook, Instagram, X oder YouTube eignen sich nicht als primäre Grundlage einer breit angelegten Promotion für Festlandchina. Stattdessen spielen insbesondere chinesische Plattformen und Ökosysteme eine zentrale Rolle. Je nach Zielgruppe und Kampagnenziel können relevant sein:

  • WeChat,
  • WeChat Mini Programs,
  • Weibo,
  • Douyin,
  • Xiaohongshu beziehungsweise RedNote,
  • Bilibili,
  • Kuaishou,
  • Tmall,
  • Taobao,
  • JD.com,
  • weitere Handels- und Community-Plattformen.

Jede Plattform hat eigene Vorgaben für Werbung, Gewinnspiele, Influencer-Kooperationen, Nutzerinteraktionen, Datenzugriff und Accountbetrieb. Eine Mechanik sollte deshalb nicht nur rechtlich, sondern auch anhand der jeweils aktuellen Plattformbedingungen geprüft werden.

Ein internationales Unternehmen benötigt für den professionellen Betrieb offizieller Accounts oder Mini-Programme häufig eine chinesische Gesellschaft, eine lokale Konzerngesellschaft oder einen autorisierten Partner.

WARUM EIN LOKALER PARTNER WICHTIG SEIN KANN

Ein lokaler Partner ist nicht für jede einzelne Promotion formal vorgeschrieben. In vielen Projekten ist er jedoch operativ und wirtschaftlich entscheidend. Ein chinesischer Partner kann beispielsweise übernehmen:

  • lokale rechtliche Koordination,
  • Plattformregistrierung,
  • Account- und Mini-Program-Betrieb,
  • chinesische Teilnahmebedingungen,
  • lokales Hosting,
  • Teilnehmer- und Gewinner-Support,
  • Betrugs- und Missbrauchsprüfung,
  • Gewinnerermittlung,
  • Gewinnbeschaffung,
  • Steuer- und Rechnungsprozesse,
  • Versand und Retouren,
  • Kommunikation mit Behörden oder Plattformen.

Die Rollen müssen vertraglich eindeutig geregelt werden. Insbesondere sollte feststehen, wer Veranstalter ist, wer Teilnehmerdaten verarbeitet, wer gegenüber den Gewinnern verpflichtet ist und wer die Gewinne bereitstellt.

GEWINNVERSAND, ZOLL UND LOKALE BESCHAFFUNG

Der internationale Versand von Gewinnen nach China kann aufwendig und mit schwer kalkulierbaren Kosten verbunden sein. Je nach Produkt können Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Produktsicherheitsanforderungen, Kennzeichnungspflichten oder Importbeschränkungen relevant werden. Besonders sorgfältig zu prüfen sind unter anderem:

  • Lebensmittel und Getränke,
  • Kosmetik,
  • Elektronik,
  • Produkte mit Funktechnik,
  • Batterien,
  • Medikamente und Gesundheitsprodukte,
  • Pflanzen und tierische Produkte,
  • hochwertige Luxusgüter,
  • Bargeld und bestimmte Gutscheine.

In vielen Fällen ist eine lokale Beschaffung der Gewinne einfacher und zuverlässiger als der Einzelversand aus Europa. Lokale Gutscheine, in China verfügbare Elektronik, regionale Reisen oder bereits importierte Markenprodukte reduzieren Verzögerungs- und Zollrisiken.

Vor Kampagnenbeginn sollten geklärt werden:

  • Wer kauft die Gewinne ein?
  • Wo werden sie gelagert?
  • Wer übernimmt Verpackung und Versand?
  • Welche Empfängerdaten werden benötigt?
  • Welche Steuern und Gebühren entstehen?
  • Wer trägt Zoll- und Nebenkosten?
  • Was passiert bei Annahmeverweigerung?
  • Wie werden beschädigte oder unzustellbare Gewinne behandelt?
  • Welche Nachweise werden für hochwertige Gewinne benötigt?

GEWINNERERMITTLUNG UND DOKUMENTATION

Die Gewinnerermittlung muss genau so durchgeführt werden, wie sie in den Teilnahmebedingungen beschrieben wurde. Bei zufallsbasierten Gewinnspielen sollten mindestens dokumentiert werden:

  • alle eingegangenen Teilnahmen,
  • gültige und ungültige Teilnahmen,
  • Ausschlussgründe,
  • Zeitpunkt des Teilnahmeschlusses,
  • eingesetzte Ziehungsmethode,
  • Zeitpunkt und Verantwortliche der Ziehung,
  • gezogene Gewinner und Ersatzgewinner,
  • Prüfung von Kaufnachweisen,
  • Kontaktversuche,
  • Gewinnannahme,
  • Versand- oder Übergabenachweise.

Bei Kreativ- und Leistungswettbewerben sollten zusätzlich dokumentiert werden:

  • Bewertungskriterien,
  • Gewichtung der Kriterien,
  • Zusammensetzung der Jury,
  • Einzelbewertungen,
  • Gesamtbewertung,
  • Umgang mit Gleichständen,
  • Prüfung auf Urheberrechtsverletzungen oder Manipulation.

INTERNATIONALE KAMPAGNEN MIT CHINA

China kann strategisch Teil einer internationalen Promotion sein. Eine vollständig identische Umsetzung in allen Ländern ist jedoch selten sinnvoll.

Zentral nutzbar

  • Grundidee und Kampagnenziel,
  • internationale Markenwelt,
  • zentrale Projektsteuerung,
  • Grundstruktur der Technik,
  • Sicherheits- und Missbrauchskonzept,
  • Reportingstruktur,
  • globale Designkomponenten,
  • zentrale Dokumentation.

Für China anzupassen

  • rechtliche Einordnung,
  • Gewinnspielmechanik,
  • Gewinnwerte,
  • Kauf- oder Teilnahmevoraussetzungen,
  • Veranstalterstruktur,
  • Plattformauswahl,
  • Hostingmodell,
  • technische Dienste,
  • Teilnahmebedingungen,
  • Datenschutzinformationen,
  • Datenflüsse,
  • chinesische Sprache,
  • UX und Mobile Journey,
  • Gewinnerkommunikation,
  • Support,
  • Gewinnbeschaffung,
  • Versand und Zoll.

Wie unterschiedlich asiatische Promotionsmärkte reguliert und umgesetzt werden müssen, zeigt auch unser Beitrag über Gewinnspiele in Japan. Während in Japan vor allem differenzierte Gewinn- und Zugabenlimits eine zentrale Rolle spielen, stehen in China zusätzlich die lokale Plattformlandschaft, Datenübermittlungen und technische Erreichbarkeit im Mittelpunkt.

Für Kampagnen im asiatisch-pazifischen Raum lohnt sich außerdem ein Blick auf Gewinnspiele in Australien und Gewinnspiele in Neuseeland. Weitere Beispiele für Märkte mit einer besonders eigenständigen lokalen Regulierung findest du in unseren Beiträgen über Gewinnspiele in BrasilienGewinnspiele in MexikoGewinnspiele in den USA und Gewinnspiele in Kanada. Alle Ländersteckbriefe und internationalen Vergleichsbeiträge findest du in der Blogkategorie Internationale Gewinnspiele.

HÄUFIGE FEHLER BEI GEWINNSPIELEN IN CHINA

1. Eine globale Kampagne wird nur übersetzt
Recht, Plattformen, Technik, Datenschutz und Fulfillment müssen eigenständig für China geplant werden.

2. Die Promotion wird nicht lokal rechtlich geprüft
Insbesondere die Abgrenzung zwischen Verkaufsförderungsaktion, Prize-Attached Sale und regulierter Lotterie darf nicht allein anhand europäischer Maßstäbe erfolgen.

3. Der Hauptgewinn überschreitet 50.000 Renminbi
Bei zufallsbasierten Prize-Attached Sales ist die gesetzliche Höchstgrenze zu berücksichtigen.

4. Die Gewinnbedingungen bleiben unklar
Art, Zahl, Wert, Auswahlverfahren und Einlösebedingungen müssen transparent sein.

5. Gewinne oder Bedingungen werden nachträglich geändert
Änderungen nach Kampagnenbeginn können rechtlich und reputativ problematisch sein.

6. Globale Datenschutztexte werden unverändert übernommen
Das PIPL und die chinesischen Anforderungen an internationale Datenübermittlungen müssen gesondert berücksichtigt werden.

7. Die europäische Plattform wird nicht in China getestet
Blockierte Dienste, lange Ladezeiten oder nicht erreichbare Schnittstellen können die Teilnahme praktisch unmöglich machen.

8. Westliche Social-Media-Plattformen werden vorausgesetzt
Die chinesische Plattformlandschaft benötigt eine eigene Kommunikations- und Accountstrategie.

9. Gewinne werden erst nach der Ziehung aus Europa verschickt
Zoll, Importbeschränkungen und lokale Produktanforderungen sollten bereits vor Kampagnenbeginn geklärt werden.

10. Es gibt keinen chinesischsprachigen Support
Teilnehmer und Gewinner benötigen verständliche und zuverlässig erreichbare Ansprechpartner.

CHECKLISTE FÜR GEWINNSPIELE IN CHINA

Vor dem Kampagnenstart solltest du mindestens folgende Fragen beantworten:

  • Handelt es sich um eine Verkaufsförderungsaktion, einen Wettbewerb oder möglicherweise um eine regulierte Lotterie?
  • Ist die Teilnahme an einen Kauf oder eine andere Transaktion gekoppelt?
  • Wird der Gewinner durch Zufall oder Leistung bestimmt?
  • Liegt der höchste zufallsbasierte Gewinn innerhalb der zulässigen Grenze?
  • Ist der Marktwert jedes Gewinns nachvollziehbar dokumentiert?
  • Sind Art, Zahl und Wert aller Gewinne eindeutig angegeben?
  • Liegen professionelle Teilnahmebedingungen in vereinfachtem Chinesisch vor?
  • Stimmen Werbemittel, Kurzbedingungen und Langfassung überein?
  • Ist der Veranstalter eindeutig benannt?
  • Wird ein chinesischer Partner oder eine lokale Gesellschaft benötigt?
  • Welche Plattformen werden eingesetzt?
  • Erlauben die Plattformregeln die vorgesehene Mechanik?
  • Funktioniert die vollständige Teilnehmerreise aus Festlandchina?
  • Werden blockierte oder eingeschränkte Dienste verwendet?
  • Wo werden Teilnehmerdaten gespeichert?
  • Können Personen außerhalb Chinas auf die Daten zugreifen?
  • Welcher Mechanismus wird für die internationale Datenübermittlung genutzt?
  • Werden nur notwendige Daten erhoben?
  • Sind Teilnahme und Marketingeinwilligung getrennt?
  • Wie erfolgt die Gewinnerermittlung?
  • Wie werden Ziehung und Nachprüfung dokumentiert?
  • Gibt es chinesischsprachigen Teilnehmer- und Gewinner-Support?
  • Werden Gewinne lokal beschafft oder importiert?
  • Sind Zoll, Steuern und Versandkosten geklärt?
  • Gibt es Ersatzgewinner und klare Annahmefristen?
  • Wurde die gesamte Kampagne lokal rechtlich, sprachlich und technisch geprüft?

FAZIT: CHINA BRAUCHT EINE EIGENSTÄNDIGE PROMOTIONSSTRATEGIE

China bietet internationalen Marken enorme Chancen, verlangt aber eine deutlich stärkere Lokalisierung als viele europäische Märkte. Eine erfolgreiche Kampagne verbindet eine international steuerbare Grundidee mit einer eigenständigen chinesischen Rechts-, Datenschutz-, Plattform-, Technik- und Fulfillmentlösung. Besonders wichtig sind:

  • eine lokale rechtliche Prüfung,
  • die korrekte Abgrenzung zur Lotterie,
  • die Beachtung der Regeln für Prize-Attached Sales,
  • transparente chinesische Teilnahmebedingungen,
  • datenschutzkonforme und minimierte Datenflüsse,
  • eine technisch belastbare Lösung,
  • chinesische Plattform- und Kommunikationskompetenz,
  • ein verlässlicher lokaler Partner,
  • lokal planbare Gewinnlogistik.

Wer diese Punkte frühzeitig berücksichtigt, kann China in eine internationale Kampagne einbinden, ohne die globale Steuerbarkeit aufzugeben.

HAPPY UNTERSTÜTZT DICH BEI GEWINNSPIELEN IN CHINA

HAPPY Marketing Solutions begleitet internationale Marken bei der Konzeption, Prüfung und Umsetzung länderübergreifender Gewinnspiele und Promotions. Wir koordinieren unter anderem:

  • Kampagnenkonzept und Mechanik,
  • lokale rechtliche Prüfungen,
  • chinesische Teilnahmebedingungen,
  • Datenschutz- und Datenflusskonzepte,
  • mehrsprachige Gewinnspieltechnik,
  • lokale Plattform- und Hostinglösungen,
  • Gewinnerermittlung und Dokumentation,
  • chinesischsprachigen Support,
  • Gewinnbeschaffung und Fulfillment,
  • internationale Projektsteuerung und Reporting.

China wird dabei nicht als bloße Sprachversion einer globalen Kampagne behandelt, sondern als eigenständiger Markt innerhalb eines zentral gesteuerten Gesamtkonzepts.

Gewinnspiele in China mit HAPPY

Du planst ein Gewinnspiel in Japan oder möchtest Japan in eine internationale Kampagne integrieren? Dann sprich frühzeitig mit HAPPY. Gemeinsam prüfen wir Mechanik, Gewinnplan, Technik, Teilnahmebedingungen, Datenschutz, Lokalisierung und Fulfillment, bevor Verpackungen, Landingpages und Werbemittel produziert werden. Sprich mit Patrick Grünberg über deine geplante China- oder Asien-Promotion. Gemeinsam prüfen wir, welche Mechanik, technische Struktur und lokale Umsetzung für deine Kampagne geeignet sind.

Patrick Grünberg
HAPPY Marketing Solutions AG
Telefon: +49 6103 2053 705
E-Mail: p.gruenberg@happysolutions.de

Rechtlicher Hinweis: 

Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine rechtliche Beratung für eine konkrete Kampagne. Gesetze, behördliche Auslegung, Plattformbedingungen und Anforderungen an Datenübermittlungen können sich ändern. Vor der Veröffentlichung einer Promotion in China sollte die konkrete Mechanik durch qualifizierte lokale Rechtsberater geprüft werden.

Die zentrale Gewinnbegrenzung und die Transparenzpflichten für Prize-Attached Sales ergeben sich aus Artikel 11 des seit dem 15. Oktober 2025 geltenden überarbeiteten Anti-Unfair Competition Law. Danach sind unter anderem unklare Gewinnbedingungen, fingierte Gewinne, manipulierte Gewinnerbestimmungen und bei zufallsbasierten Verkaufsförderungen ein höchster Gewinn von mehr als 50.000 RMB untersagt. 

Das chinesische Werberecht verlangt wahrheitsgemäße Werbung und untersagt falsche oder irreführende Inhalte. Das PIPL fordert vor der Datenverarbeitung klare Informationen über Verantwortliche, Zwecke, Datenkategorien, Speicherdauer und Betroffenenrechte. 

Für internationale Datenübermittlungen besteht ein mehrstufiges System aus Sicherheitsbewertung, Standardvertrag, Zertifizierung und möglichen Ausnahmen. Die neuen Zertifizierungsmaßnahmen sind am 1. Januar 2026 in Kraft getreten.

Aktualitätsstand: 19. Juli 2026

FAQ: HÄUFIGE FRAGEN ZU GEWINNSPIELEN IN CHINA

Kann HAPPY eine internationale Kampagne einschließlich China zentral betreuen?
Ja. HAPPY kann die internationale Gesamtsteuerung übernehmen und die China-spezifischen Anforderungen gemeinsam mit qualifizierten lokalen Partnern und Rechtsberatern koordinieren. Dazu können unter anderem Kampagnenkonzept, Mechanik, lokale Rechtsprüfung, chinesische Teilnahmebedingungen, Technik, Datenschutz, Plattformumsetzung, Gewinnerermittlung, Support, Fulfillment und Reporting gehören. So erhält die Marke einen zentralen Ansprechpartner, während die Umsetzung an die besonderen rechtlichen, technischen und kulturellen Anforderungen Chinas angepasst wird.

Darf ein Unternehmen in China ein Gewinnspiel veranstalten?
Grundsätzlich können Unternehmen in China verkaufsfördernde Gewinnspiele, Wettbewerbe und andere Promotionaktionen durchführen. Entscheidend ist jedoch die konkrete Mechanik. Die Aktion darf nicht als unerlaubte private Lotterie oder als Verkauf einer bloßen Gewinnchance ausgestaltet sein. Neben dem Wettbewerbs- und Werberecht können Datenschutz-, Verbraucher-, Plattform-, Hosting- und gegebenenfalls branchenspezifische Vorschriften relevant werden. Deshalb sollte jede Kampagne vor dem Start lokal rechtlich geprüft werden.

Sind kaufgebundene Gewinnspiele in China erlaubt?
Kaufgebundene Gewinnspiele können grundsätzlich möglich sein. Sie können jedoch als sogenannte Prize-Attached Sales, also als Verkaufsförderungsaktionen mit Gewinnzugabe, eingeordnet werden. In diesem Fall müssen insbesondere die Teilnahmevoraussetzungen, die Gewinnarten, die Gewinnwerte, das Auswahlverfahren und die Einlösebedingungen transparent dargestellt werden. Eine Gestaltung, bei der Verbraucher hauptsächlich für die Gewinnchance bezahlen, ist besonders kritisch.

Braucht ein Gewinnspiel in China eine behördliche Genehmigung?
Für klassische Marketinggewinnspiele besteht nicht automatisch eine allgemeine Genehmigungspflicht. Ob eine Registrierung, Genehmigung oder besondere Abstimmung erforderlich ist, hängt jedoch von der konkreten Mechanik, der Branche, der eingesetzten Plattform, dem Veranstalter und der lokalen Umsetzung ab. Eine Prüfung ist insbesondere wichtig, wenn hohe Gewinnwerte, regulierte Produkte, lokale Plattformen, grenzüberschreitende Datenverarbeitung oder lotterieähnliche Mechaniken eingesetzt werden.

Wie hoch darf der Hauptgewinn bei einem Gewinnspiel in China sein?
Bei zufallsbasierten Verkaufsförderungsaktionen gilt grundsätzlich, dass der höchste Gewinn einen Wert von 50.000 Renminbi nicht überschreiten darf. Bei Sachpreisen ist der wirtschaftliche beziehungsweise marktübliche Gesamtwert zu berücksichtigen. Bei Gewinnpaketen können daher auch Nebenkosten, Zusatzleistungen oder mehrere miteinander verbundene Gewinnbestandteile relevant sein. Ob die Grenze im konkreten Fall greift, hängt von der rechtlichen Einordnung der Promotion ab.

Gilt die Grenze von 50.000 RMB auch für Kreativwettbewerbe?
Nicht zwingend. Bei echten Leistungs-, Wissens- oder Kreativwettbewerben kann eine andere rechtliche Bewertung möglich sein als bei einer zufallsbasierten Verlosung. Dafür muss die Entscheidung tatsächlich nach nachvollziehbaren Leistungskriterien erfolgen. Bewertungskriterien, Jury, Gewichtung und Auswahlprozess sollten vorab festgelegt und dokumentiert werden. Eine nur scheinbare Juryentscheidung darf nicht verwendet werden, um die Regeln für Zufallsgewinnspiele zu umgehen.

Sind kostenlose Gewinnspiele in China einfacher umzusetzen?
Kostenlose Gewinnspiele können einige Risiken einer Kaufkopplung vermeiden. Sie unterliegen dennoch dem chinesischen Werbe-, Verbraucher- und Datenschutzrecht sowie den Regeln der eingesetzten Plattform. Auch bei kostenlosen Aktionen müssen die Teilnahmebedingungen klar sein. Zudem muss geprüft werden, welche Daten erhoben werden, ob eine Werbeeinwilligung verlangt wird und ob der Teilnehmer durch andere Pflichten eine wirtschaftlich relevante Gegenleistung erbringt.

Müssen die Teilnahmebedingungen auf Chinesisch vorliegen?
Für Aktionen, die sich an Verbraucher in Festlandchina richten, sollten die Teilnahmebedingungen in vereinfachtem Chinesisch bereitgestellt werden. Die Übersetzung sollte fachlich und rechtlich lokalisiert sein. Eine automatische Übersetzung oder die bloße Übernahme europäischer Teilnahmebedingungen reicht regelmäßig nicht aus. Werbemittel, Kurzbedingungen und vollständige Teilnahmebedingungen müssen inhaltlich übereinstimmen.

Was muss in den chinesischen Teilnahmebedingungen geregelt werden?
Die Teilnahmebedingungen sollten unter anderem den Veranstalter, den Aktionszeitraum, die Teilnahmeberechtigung, die Mechanik, die Gewinnarten, die Gewinnwerte und die Gewinnerermittlung erklären. Weitere wichtige Punkte sind:

  • Teilnahmebegrenzungen,
  • Prüfung von Kaufnachweisen,
  • Ausschluss manipulierter Teilnahmen,
  • Gewinnerbenachrichtigung,
  • Annahmefristen,
  • Ersatzgewinner,
  • Gewinnversand,
  • Steuern und Nebenkosten,
  • Datenschutz,
  • Nutzungsrechte an Fotos oder Videos,
  • Support- und Kontaktmöglichkeiten.

Dürfen Teilnehmerdaten aus China in Europa verarbeitet werden?
Eine Verarbeitung chinesischer Teilnehmerdaten in Europa kann möglich sein, muss aber vorab geprüft und rechtlich abgesichert werden. Je nach Datenmenge, Datenart, Unternehmensstruktur und Verarbeitungszweck können besondere Vorgaben für grenzüberschreitende Datenübermittlungen gelten. Dazu gehören beispielsweise Informationspflichten, gesonderte Einwilligungen, Datenschutz-Folgenabschätzungen, Standardverträge, Zertifizierungen oder behördliche Prüfungen. Eine datenschutzkonforme Lösung kann auch darin bestehen, personenbezogene Daten zunächst in China zu verarbeiten und nur anonymisierte Reportingdaten in das internationale System zu übertragen.

Gilt für chinesische Teilnehmer zusätzlich die DSGVO?
Die DSGVO kann zusätzlich anwendbar sein, wenn beispielsweise ein europäisches Unternehmen Verantwortlicher ist oder die Daten in einem europäischen System verarbeitet werden. Die DSGVO ersetzt jedoch nicht das chinesische Datenschutzrecht. Für Teilnehmer in Festlandchina müssen insbesondere die Anforderungen des chinesischen Personal Information Protection Law berücksichtigt werden. Internationale Kampagnen benötigen daher häufig ein kombiniertes Datenschutzkonzept.

Darf die Gewinnspielteilnahme von einer Werbeeinwilligung abhängig gemacht werden?
Teilnahme und Werbeeinwilligung sollten grundsätzlich getrennt behandelt werden. Daten, die für die Durchführung des Gewinnspiels erforderlich sind, dürfen nicht automatisch unbegrenzt für Werbung verwendet werden. Einwilligungen sollten freiwillig, transparent, zweckbezogen und widerruflich ausgestaltet sein. Außerdem muss klar erkennbar sein, ob die Teilnahme auch ohne Zustimmung zu weiterer Werbung möglich ist.

Muss die Gewinnspielseite in China gehostet werden?
Ein Hosting in Festlandchina ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. Eine außerhalb Chinas gehostete Seite kann jedoch langsam, instabil oder teilweise nicht erreichbar sein. Deshalb sollten die Landingpage und sämtliche technischen Funktionen aus Festlandchina getestet werden. Werden Server in Festlandchina eingesetzt, können ICP- und weitere telekommunikationsrechtliche Anforderungen relevant werden.

Kann eine globale Gewinnspielplattform auch für China genutzt werden?
Eine globale Plattform kann technisch und organisatorisch als Grundlage dienen. Sie muss jedoch für China angepasst und getestet werden. Kritische Punkte sind insbesondere:

  • Hostingstandort,
  • Ladezeiten,
  • Captcha-Dienste,
  • externe Schriftarten,
  • Analyse- und Trackingtools,
  • Cloudspeicher,
  • Social-Logins,
  • Datei-Uploads,
  • E-Mail- und SMS-Versand,
  • Datenübermittlungen ins Ausland.

China sollte daher nicht nur als zusätzliche Sprachversion einer bestehenden Plattform behandelt werden.

Welche Social-Media-Plattformen eignen sich für Gewinnspiele in China?
Je nach Zielgruppe und Kampagnenziel kommen insbesondere WeChat, Weibo, Douyin, Xiaohongshu, Bilibili, Kuaishou sowie Handelsplattformen wie Tmall, Taobao oder JD.com infrage. Die Plattformen haben jeweils eigene Regeln für Werbung, Gewinnspiele, Influencer-Kooperationen, Accountbetrieb und Datenverarbeitung. Die geplante Mechanik muss deshalb vor dem Start auch anhand der aktuellen Plattformbedingungen geprüft werden.

Kann ein Gewinnspiel über WeChat durchgeführt werden?
WeChat kann für Gewinnspiele, Mini-Programme, Kundenbindung und Gewinnerkommunikation eingesetzt werden. Die technische und organisatorische Umsetzung erfordert jedoch häufig einen offiziellen Account, ein Mini-Programm oder einen geeigneten lokalen Betreiber. Zusätzlich müssen die WeChat-Regeln, chinesisches Datenschutzrecht, Teilnahmebedingungen und die Verantwortlichkeiten zwischen Marke, Agentur und lokalem Partner geklärt werden.

Braucht ein ausländisches Unternehmen einen lokalen Partner?
Ein lokaler Partner ist nicht für jede Promotion gesetzlich vorgeschrieben. In vielen Fällen ist er jedoch praktisch sehr wichtig. Ein lokaler Partner kann unter anderem den Plattformbetrieb, das Hosting, den chinesischsprachigen Support, die Gewinnerprüfung, die lokale Gewinnbeschaffung, den Versand und die Abstimmung mit chinesischen Dienstleistern übernehmen. Vertraglich sollte klar geregelt werden, wer Veranstalter ist, wer die Teilnehmerdaten verarbeitet und wer gegenüber den Gewinnern für die Erfüllung der Gewinnansprüche verantwortlich ist.

Können Gewinne aus Deutschland nach China verschickt werden?
Ein Versand ist grundsätzlich möglich, kann jedoch durch Zoll, Einfuhrabgaben, Produktsicherheitsvorgaben, Kennzeichnungspflichten und Importbeschränkungen erschwert werden. Besondere Vorsicht ist beispielsweise bei Lebensmitteln, Getränken, Kosmetik, Elektronik, Batterien, Funkprodukten und Gesundheitsartikeln erforderlich. Oft ist es einfacher, Gewinne direkt in China zu beschaffen oder über einen lokalen Fulfillment-Partner bereitzustellen.

Wer trägt Zoll, Steuern und Nebenkosten?
Teilnahmebedingungen sollten eindeutig festlegen, wer Zollgebühren, Steuern, Registrierungskosten, Reise-Nebenkosten oder andere Zusatzkosten trägt. Unklare Regelungen können zu Beschwerden und erheblichen Mehrkosten führen. Bei hochwertigen Gewinnen sollte die steuerliche und logistische Behandlung bereits vor dem Kampagnenstart geklärt werden.

Wie müssen Gewinner ermittelt und dokumentiert werden?
Die Gewinnerermittlung muss entsprechend den veröffentlichten Teilnahmebedingungen erfolgen. Bei einer Zufallsziehung sollten unter anderem Teilnehmerbestand, Ausschlüsse, Ziehungsverfahren, Zeitpunkt, Verantwortliche, Gewinner, Ersatzgewinner und Kontaktversuche dokumentiert werden. Bei Kreativ- oder Leistungswettbewerben sollten zusätzlich Kriterien, Jury, Bewertungen und Entscheidungsgrundlagen nachvollziehbar festgehalten werden.

Dürfen Gewinner öffentlich bekannt gegeben werden?
Eine Veröffentlichung von Gewinnernamen, Fotos oder anderen personenbezogenen Informationen sollte nur erfolgen, wenn dafür eine ausreichende rechtliche Grundlage besteht. Bereits in den Teilnahmebedingungen und Datenschutzinformationen sollte erklärt werden, ob und in welchem Umfang eine Veröffentlichung vorgesehen ist. Bei Fotos, Videos oder Social-Media-Inhalten können zusätzliche Einwilligungen und Nutzungsrechte erforderlich sein.

Was passiert, wenn ein Gewinner nicht erreichbar ist?
Die Teilnahmebedingungen sollten eine klare Rückmeldefrist und eine Ersatzgewinnerregelung enthalten. Es sollte festgelegt werden:

  • über welchen Kanal die Benachrichtigung erfolgt,
  • wie viele Kontaktversuche unternommen werden,
  • innerhalb welcher Frist der Gewinn angenommen werden muss,
  • welche Nachweise verlangt werden,
  • wann der Gewinn verfällt,
  • wie ein Ersatzgewinner bestimmt wird.

Welche Fehler sind bei China-Promotions besonders riskant?
Besonders häufig entstehen Probleme, wenn:

  • eine globale Kampagne nur übersetzt wird,
  • die Abgrenzung zur Lotterie nicht geprüft wird,
  • der Gewinnwert zu hoch ist,
  • Gewinnbedingungen unklar bleiben,
  • westliche Social-Media-Plattformen vorausgesetzt werden,
  • Teilnehmerdaten ungeprüft ins Ausland übertragen werden,
  • die Technik nicht aus Festlandchina getestet wird,
  • chinesischsprachiger Support fehlt,
  • Gewinne erst nach der Ziehung importiert werden,
  • kein verlässlicher lokaler Ansprechpartner vorhanden ist.

Wie früh sollte eine China-Promotion geplant werden?
China sollte möglichst bereits in der Konzeptionsphase einer internationalen Promotion berücksichtigt werden. Ausreichend Vorlauf wird insbesondere für folgende Aufgaben benötigt:

  • lokale rechtliche Prüfung,
  • Anpassung der Mechanik,
  • chinesische Teilnahmebedingungen,
  • Datenschutz- und Datentransferkonzept,
  • Plattformregistrierung,
  • Hosting und technische Tests,
  • lokale Gewinnbeschaffung,
  • Zoll- und Steuerprüfung,
  • Support- und Gewinnerprozesse.

Je früher China als eigenständiger Markt eingeplant wird, desto geringer ist das Risiko kostspieliger Änderungen kurz vor dem Kampagnenstart.

Patrick Grünberg, Vorstandsvorsitzender der HAPPY Marketing Solutions AG
Über den Autor

Patrick Grünberg bringt ein Jahrzehnt Erfahrung im Bereich Marketing und Kommunikation mit. Als kreativer Kopf mit einem Auge für Trends und Technologien hat er zahlreiche erfolgreiche Kampagnen im B2B- und B2C-Marketing umgesetzt. Sein Schwerpunkt liegt auf innovativen Marketingstrategien, die Marken nachhaltig stärken und Zielgruppen begeistern.

Besonders begeistert ist Patrick von Themen wie Storytelling, Kundenbindung und dem Einsatz neuer Technologien wie KI oder Gamification im Gewinnspiel-Marketing. Seine Leidenschaft für klar verständliche und praxisnahe Inhalte spiegelt sich in jedem seiner Artikel wider. Dabei legt er großen Wert darauf, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Seine Artikel auf dem HAPPY-Blog sollen dir nicht nur Wissen vermitteln, sondern dich auch motivieren, eigene, außergewöhnliche Wege im Marketing zu gehen.

Patrick Grünberg ist nach seinem Studium des Medien- und Kommunikationsmanagements seit Oktober bei HAPPY und seit 5 Jahren Managing Consultant. 2020 hat er mit seinem Vater und Lothar Mende die HAPPY Secure Promotions GmbH für Gewinnspiel-Absicherungen gegründet. Die HAPPY Group ist damit der einzige Anbieter im deutschsprachigen Raum, der als spezialisierter Full-Service-Dienstleister für Gewinnspiel-Lösungen und abgesicherte Promotions alles aus einer Hand anbietet.

Anrufen: 06103 2053-705
Patrick Grünberg, Vorstandsvorsitzender der HAPPY Marketing Solutions AG
Patrick Grünberg
06103 2053 - 705
E-Mail schreiben
Termin vereinbaren
Können wir weiterhelfen?
Buche deinen persönlichen Beratungstermin ganz bequem in unserem Online-Terminplaner .