Ein Gewinnspiel erstellen klingt für viele Unternehmen zunächst einfach: Idee festlegen, Preis auswählen, Landingpage bauen, Bewerbung starten. Doch genau an diesem Punkt beginnen oft schon die entscheidenden Fehler. Denn was nach schneller Aktivierung aussieht, scheitert in der Praxis häufig an unklaren Zielen, der falschen Mechanik, unnötigen Teilnahmehürden oder fehlender strategischer Planung. Wer ein Gewinnspiel erstellen will, sollte nicht mit Design und Preis starten, sondern mit Ziel, Mechanik und Teilnehmerlogik. Denn in der Praxis entscheidet sich der Erfolg nicht an der Oberfläche, sondern in der Konzeption.
Im Sonntagsinterview erklärt Patrick Grünberg, warum erfolgreiche Gewinnspiele nicht mit der Technik, sondern mit den richtigen Fragen beginnen — und was Marketingverantwortliche unbedingt klären sollten, bevor sie ein Gewinnspiel erstellen.
Patrick, viele Unternehmen suchen nach „Gewinnspiel erstellen“. Was steckt aus deiner Sicht wirklich hinter diesem Wunsch?
Patrick: „Oft steckt dahinter erst einmal der Wunsch nach schneller Aktivierung. Unternehmen wollen Aufmerksamkeit, Leads, Abverkauf oder Reichweite erzeugen — und sehen im Gewinnspiel ein unkompliziertes Mittel dafür. Das ist verständlich. Aber genau hier beginnt der Fehler: Ein Gewinnspiel zu erstellen heißt nicht, einfach eine Aktion live zu schalten. Es heißt, ein Marketinginstrument sauber aufzubauen.“
Was ist der größte Irrtum beim Thema „Gewinnspiel erstellen“?
Patrick: „Dass viele glauben, die Erstellung sei vor allem eine technische Aufgabe. Also nach dem Motto: Wir brauchen nur eine Landingpage, ein Formular und einen Preis. Aber so funktioniert es nicht. Die Technik ist nur die Oberfläche. Entscheidend ist, was darunter liegt: Zielsetzung, Mechanik, Datenstrategie, Kommunikation, rechtlicher Rahmen, Missbrauchsschutz und Auswertung.“
Was muss ein Unternehmen als Erstes klären, wenn es ein Gewinnspiel erstellen möchte?
Patrick: „Die erste Frage lautet immer: Warum machen wir das überhaupt?
Ein Gewinnspiel kann sehr unterschiedliche Ziele verfolgen:
- Leads generieren
- Abverkauf steigern
- Frequenz am POS erhöhen
- Händler aktivieren
- Markenbekanntheit ausbauen
- bestehende Kund:innen reaktivieren
- First-Party-Daten gewinnen
Wer diese Zielpriorität nicht sauber festlegt, baut oft eine Aktion, die nett aussieht, aber strategisch zu unscharf ist.“
Warum ist das Ziel so wichtig für die spätere Umsetzung?
Patrick: „Weil sich daraus fast alles ableitet. Wenn ich Leads will, brauche ich eine andere Teilnahmehürde als bei einem POS-Gewinnspiel zur Absatzförderung. Wenn ich Händler aktivieren will, muss ich andere Touchpoints einbauen als bei einer reinen Social-Kampagne. Und wenn ich Daten generieren will, muss ich sehr genau überlegen, welche Daten ich wirklich brauche und wie die Teilnahme gestaltet sein muss. Ein Gewinnspiel erstellen ohne Zielklarheit ist wie Kampagne ohne Briefing.“
Welche zweite Frage wird aus deiner Sicht oft unterschätzt?
Patrick: „Die Frage nach der Mechanik. Viele denken zu früh in Standardlösungen. Dabei ist die Mechanik einer der stärksten Hebel für Erfolg oder Misserfolg.
Ein paar Beispiele:
- Kassenbon-Upload eignet sich gut für Abverkauf und Nachweispflicht
- Code-Eingabe ist stark für Verpackungsaktionen und Produktaktivierung
- Sofortgewinnspiele steigern Impuls und Wiederkehr
- Quiz-Mechaniken können Interaktion und Markenbindung erhöhen
- QR-basierte POS-Aktivierungen verbinden offline und digital
Die Mechanik muss zum Ziel, zur Zielgruppe und zum Kanal passen. Nicht umgekehrt.“
Was passiert, wenn Unternehmen einfach „irgendein Gewinnspiel“ erstellen?
Patrick: „Dann entstehen oft genau die Probleme, die wir später in Projektrettungen sehen:
- zu komplizierte Teilnahme
- zu geringe Conversion
- unpassende Preise
- mangelnde Kommunikation
- schlechte mobile Usability
- rechtliche Unsicherheiten
- keine brauchbare Datennutzung nach Kampagnenende
Das Tragische ist: Viele dieser Probleme sind nicht teuer, weil die Idee schlecht war. Sie sind teuer, weil das Setup nicht sauber gedacht wurde.“
Gibt es einen typischen Fehler bei der Teilnehmerführung?
Patrick: „Ja: unnötige Reibung. Viele Gewinnspiele verlieren schon im ersten Schritt Teilnehmer, weil der Prozess zu lang, zu technisch oder zu unklar ist. Wer ein Gewinnspiel erstellen will, sollte sich immer fragen: Wie schnell versteht jemand die Aktion? Wie wenig Hürden gibt es bis zur Teilnahme? Und ist die Teilnahme mobil wirklich einfach? Jede zusätzliche Komplexität kostet Performance.“
Welche Rolle spielen Gewinne selbst? Ist der Hauptpreis entscheidend?
Patrick: „Nicht so stark, wie viele denken. Natürlich muss ein Preis attraktiv sein. Aber ein Gewinnspiel funktioniert nicht automatisch besser, nur weil der Hauptpreis groß ist. Häufig ist die Passung entscheidender als der reine Wert. Ein Preis muss zur Zielgruppe, zur Marke und zum Aktivierungsziel passen. Manchmal wirken mehrere kleinere, relevante Gewinne besser als ein spektakulärer Hauptpreis, der zwar Aufmerksamkeit bringt, aber nicht die richtigen Leute aktiviert.“
Wenn ein Unternehmen ein Gewinnspiel erstellen will: Welche Fragen gehören zwingend auf den Tisch?
Patrick: „Ich würde immer mit diesen sieben Fragen starten:
- Was ist das Hauptziel der Aktion?
- Wer genau soll teilnehmen?
- Wo findet die Aktivierung statt — online, am POS oder hybrid?
- Welche Mechanik passt wirklich zu Ziel und Zielgruppe?
- Wie hoch ist das Gesamtbudget inklusive Kommunikation und Abwicklung?
- Welche KPIs definieren später den Erfolg?
- Wie wird das Gewinnspiel rechtlich, technisch und operativ sauber umgesetzt?
Wenn diese Fragen sauber beantwortet sind, wird aus einer Idee ein belastbares Projekt.“
Ab wann sollte ein externer Dienstleister eingebunden werden?
Patrick: „So früh wie möglich. Nicht erst, wenn schon alles entschieden ist. Ein guter Dienstleister baut nicht einfach nur um, was im Briefing steht. Er hinterfragt, schärft und verbessert. Genau das macht am Ende den Unterschied zwischen einer Standardaktion und einer wirklich performanten Kampagne.“
Was bedeutet „Gewinnspiel erstellen“ aus deiner Sicht im professionellen Kontext?
Patrick: „Es bedeutet, ein System aufzubauen. Also nicht nur eine Aktion, sondern eine durchdachte Marketinglogik. Professionell heißt: Ziele definieren, Mechanik auswählen, Touchpoints planen, Teilnahme vereinfachen, Recht und Datenschutz berücksichtigen, Missbrauch vorbeugen, Kommunikation abstimmen und Ergebnisse messbar machen. Wer so denkt, erstellt nicht einfach ein Gewinnspiel — sondern ein funktionierendes Aktivierungsmodell.“
Wie wichtig ist die rechtliche und technische Qualität?
Patrick: „Extrem wichtig. Ein Gewinnspiel muss nicht nur attraktiv, sondern auch belastbar sein. Teilnahmebedingungen, Datenschutz, Einwilligungen, Mobile Experience, Validierungen, Betrugsschutz, Reporting — das alles gehört heute dazu. Sobald eine Aktion größer wird oder Daten, Handel, Reichweite und Budget zusammenkommen, reicht Improvisation nicht mehr aus.“
Was ist dein Rat an Unternehmen, die gerade ein Gewinnspiel erstellen möchten?
Patrick: „Nicht mit der Frage starten: Wie bekommen wir das schnell online?
Sondern mit der Frage: Was muss dieses Gewinnspiel leisten?
Denn genau davon hängt ab, wie die Aktion konzipiert, aufgebaut und bewertet werden muss. Wer sauber startet, spart später Korrekturen, Budget und Nerven.“
FAZIT
Patrick Grünberg hat im Sonntagsinterview gezeigt, warum genau das einer der häufigsten Denkfehler im Promotion-Marketing ist — und wie Unternehmen es besser machen.
Viele Unternehmen wollen nämlich ein Gewinnspiel erstellen — und konzentrieren sich dabei zuerst auf den Preis, die Optik und die Landingpage. Das eigentliche Problem: Erfolgreiche Gewinnspiele entstehen nicht durch Oberfläche, sondern durch Strategie.
Wer Ziele, Zielgruppe, Mechanik, Teilnehmerführung und KPIs früh sauber definiert, schafft die Basis für eine Aktion, die nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern auch messbar wirkt.
Ein professionell erstelltes Gewinnspiel ist keine spontane Marketingidee — sondern ein strategisch aufgebautes Instrument zur Aktivierung, Datengenerierung und Verkaufsförderung.
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Dann sprich mit Patrick Grünberg über Ziele, Mechanik, Setup und Umsetzung deiner Aktion. Auf happysolutions.de wird dafür ein persönliches Gewinnspiel-Briefing mit Patrick angeboten; dort werden auch die Kontaktdaten und der Terminplaner genannt.
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